HO CHI MINH STADT: Nachdem ich mir den Sonnenaufgang vom Fenster aus betrachtet habe, bin ich kurz nach sechs beim Frühstück. Früh, aber immer noch zu spät für die Waliser. Die haben es tatsächlich geschafft, vor mir aufzustehen. Von ihnen muss ich mich heute wieder verabschieden, denn sie hängen noch ein paar Tage Badeurlaub ran und kommen nicht mit zurück nach Saigon. Um 7 Uhr fahren wir aber noch gemeinsam auf den größten schwimmenden Markt der Region. Die Begleiterin, wohl die Frau des Bootsführers, stimmt uns mit Ananas und Melone milde für den anschließenden Verkauf feinsten vietnamesischen Modeschmucks. Ich bleibe standhaft, aber die Waliser schlagen zu. Nun bin ich quasi mit Yong allein, denn unser Fahrer kann sich nicht mit mir unterhalten. In der Höhle des Löwen, denn ich bin gestern schon unfreiwillig ins Zentrum ihrer Hochzeitsgeschichten geraten. Wie gut doch unsere Sternzeichen zueinander passen. Ich Tiger, sie Feuer, keine Ahnung, warum das passen soll. Der Beruf ist ein wichtiges Kriterium bei der vietnamesischen Partnerwahl. Als Ingenieur hat man die besten Karten. Also betone ich wiederholt, dass ich arbeitslos bin. Damit stehe ich aber in der vietnamesischen Hierarchie immer noch über Reiseleitern. Die Fahrt dauert knapp vier Stunden dank der riesigen Brücken, die den Mekong überspannen und auf die die Vietnamesen zurecht stolz sind. Ich fürchte, Yong meint es ernst und bemühe mich um einen zügigen Abschied. Dankenswerterweise weist sie mich noch einmal darauf hin, dass für Notfälle ihre Handynummer an der Rezeption hinterlegt ist.Im "Allez Boo" in der Pham Ngu Lao nehme ich auf dem Balkon der dritten Etage Platz, um von Vietnam Abschied zu nehmen, denn morgen in aller Frühe starte ich in Richtung Norden. Ich komme mal wieder in den Genuß des vietnamesischen Bestellsystems. Man bekommt eine Karte gereicht und möge bitte in dem Augenblick auch seine Bestellung loswerden. Bittet man um eine Minute, um wenigstens mal einen Blick in die Karte werfen zu können, wird man vorläufig mit Nichtachtung bestraft. Aber das Essen ist gut und der Blick über den benachbarten Platz das, was ich mir für den letzten Abend vorgestellt hatte. Man trifft sich zum Sport an diesem Sonntag in Saigon. Neben Badminton steht auch Fußballtennis ganz hoch im Kurs. Zurück im Hotel geht es mal wieder ans Packen. Nach den Abschieden von den Walisern, Yong und Vietnam ist nun der Moment gekommen, meine Bundeswehrbadelatschen nach einem Jahr Dienst am Vaterland und weiteren 15 an meinen Füßen in den Ruhestand zu schicken. Sie werden, ebenso wie meine grünen Shorts Vietnam nicht mehr verlassen. Ich möchte nicht mit ihnen tauschen, denn bei allen Glanzlichtern, die das Land zweifelsfrei zu bieten hat und für die sich auch die lande Reise lohnt, gibt es doch auch zu viel Schatten und es wäre für mich insgesamt kein Land zum Leben.
Sonntag, 9. Mai 2010
Tag der Abschiede
HO CHI MINH STADT: Nachdem ich mir den Sonnenaufgang vom Fenster aus betrachtet habe, bin ich kurz nach sechs beim Frühstück. Früh, aber immer noch zu spät für die Waliser. Die haben es tatsächlich geschafft, vor mir aufzustehen. Von ihnen muss ich mich heute wieder verabschieden, denn sie hängen noch ein paar Tage Badeurlaub ran und kommen nicht mit zurück nach Saigon. Um 7 Uhr fahren wir aber noch gemeinsam auf den größten schwimmenden Markt der Region. Die Begleiterin, wohl die Frau des Bootsführers, stimmt uns mit Ananas und Melone milde für den anschließenden Verkauf feinsten vietnamesischen Modeschmucks. Ich bleibe standhaft, aber die Waliser schlagen zu. Nun bin ich quasi mit Yong allein, denn unser Fahrer kann sich nicht mit mir unterhalten. In der Höhle des Löwen, denn ich bin gestern schon unfreiwillig ins Zentrum ihrer Hochzeitsgeschichten geraten. Wie gut doch unsere Sternzeichen zueinander passen. Ich Tiger, sie Feuer, keine Ahnung, warum das passen soll. Der Beruf ist ein wichtiges Kriterium bei der vietnamesischen Partnerwahl. Als Ingenieur hat man die besten Karten. Also betone ich wiederholt, dass ich arbeitslos bin. Damit stehe ich aber in der vietnamesischen Hierarchie immer noch über Reiseleitern. Die Fahrt dauert knapp vier Stunden dank der riesigen Brücken, die den Mekong überspannen und auf die die Vietnamesen zurecht stolz sind. Ich fürchte, Yong meint es ernst und bemühe mich um einen zügigen Abschied. Dankenswerterweise weist sie mich noch einmal darauf hin, dass für Notfälle ihre Handynummer an der Rezeption hinterlegt ist.Im "Allez Boo" in der Pham Ngu Lao nehme ich auf dem Balkon der dritten Etage Platz, um von Vietnam Abschied zu nehmen, denn morgen in aller Frühe starte ich in Richtung Norden. Ich komme mal wieder in den Genuß des vietnamesischen Bestellsystems. Man bekommt eine Karte gereicht und möge bitte in dem Augenblick auch seine Bestellung loswerden. Bittet man um eine Minute, um wenigstens mal einen Blick in die Karte werfen zu können, wird man vorläufig mit Nichtachtung bestraft. Aber das Essen ist gut und der Blick über den benachbarten Platz das, was ich mir für den letzten Abend vorgestellt hatte. Man trifft sich zum Sport an diesem Sonntag in Saigon. Neben Badminton steht auch Fußballtennis ganz hoch im Kurs. Zurück im Hotel geht es mal wieder ans Packen. Nach den Abschieden von den Walisern, Yong und Vietnam ist nun der Moment gekommen, meine Bundeswehrbadelatschen nach einem Jahr Dienst am Vaterland und weiteren 15 an meinen Füßen in den Ruhestand zu schicken. Sie werden, ebenso wie meine grünen Shorts Vietnam nicht mehr verlassen. Ich möchte nicht mit ihnen tauschen, denn bei allen Glanzlichtern, die das Land zweifelsfrei zu bieten hat und für die sich auch die lande Reise lohnt, gibt es doch auch zu viel Schatten und es wäre für mich insgesamt kein Land zum Leben.
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