QUITO: Der Tag begann ziemlich planlos und endete auch so. Den Vormittag hab ich noch im Garten des Hotels La Cartuja verbracht und den Blog aktualisiert. Joanne und Warren hab ich noch gefragt, ob sie mich am Dienstag zum Äquator begleiten wollen. Inzwischen haben sie halbwegs verbindlich zugesagt. Auch Martyn hab ich noch getroffen, aber er reist am Dienstag zurück nach England. Um 11 Uhr hab ich das Hotel verlassen und bin 200 m weiter ins Hotel Embassy gezogen, da das La Cartuja ab der kommenden Nacht ausgebucht war. Überhaupt scheinen Unterkünfte zurzeit in Quito rar zu sein. Der Grund dafür hat sich mir noch nicht erschlossen. Wahrscheinlich gibt es einfach zu wenig davon. Ich habe den Eindruck, dass mein Gepäck zugenommen hat. Kann aber eigentlich nicht sein, denn für das eine neue T-Shirt habe ich ein altes entsorgt. Der Reiseführer und das Fernglas von Sandra, die ich zurzeit mittrage, können es doch auch nicht ausmachen. Das Embassy trägt vier Sterne, zu Hause wären es wahrscheinlich drei, würde aber auch das Doppelte kosten. Es ist von außen pfui, von innen hui. Ich habe Zimmer „Catorce“. Als U2-Fan weiß ich natürlich, dass das 14 heißt. Zweiter Hinterhof mit Ausblick zum Parkplatz, aber mit Parkett, zwei Schlafzimmern, Küche, Bad und einem Wohnzimmer mit Kamin. Da es in diesem Augenblich zu regnen angefangen hat, hab ich es mir vorm Fernseher gemütlich gemacht und die Highlights der WM 78 verfolgt. Der Regen hat aber auch sein Gutes. Er hat den örtlichen Fanfarenzug vertrieben, der bis dahin in der Straße trainiert hat. Ich hab die Zeit genutzt, um bei GAP Adventures anzurufen und die Tour zum Äquator zu arrangieren. Erst mal blieb es mir verwehrt und auf meine Nachfrage erklärte man mir, dass es erst freigeschaltet werden müsse. Man lege halt nur Wert darauf, den Gästen persönlich zu erklären, dass die Telefonate zu bezahlen sind. Ich hab geschworen, dass ich das morgen tun werde und durfte fortan telefonieren. In der Kundendatei von GAP Adventures werde ich nun als Michael Colling geführt, weil ich mich mit „Maikäll`s calling“ gemeldet habe. Unter diesem Namen werde ich also am Dienstag auf dem Äquator stehen. Ich kann den Regen noch nicht ganz einordnen, da es der erste ist, den ich hier erlebe. Jetzt am Abend hält er noch an. Hoffe nur, dass das nicht über Tage so geht, denn die nächsten zwei Tage möchte ich mit Höhentraining über 4000 m am Cotopaxi verbringen. Ich bin dann nochmal durch den Regen gestapft, um bei Texas Chicken den Magen zu füllen. Man glaubt dort übrigens nicht an die Wirkung von Gabeln und Servietten und gibt den Gästen stattdessen Plastikhandschuhe. Die Sauerei wird dadurch nicht kleiner, sondern wird lediglich von meinen Händen auf den Tisch verlagert, da ich beim Essen mit Handschuhen nicht sehr behände wirke. Ich hab mir dann noch ein trockenes Plätzchen im Dragonfly am Plaza El Quinde gesucht und bei zwei Bier zum Preis von einem die Übertragung der südamerikanischen Universitätsmeisterschaften im Basketball verfolgt. Jetzt sitze ich im Wohnzimmer und müsste eigentlich mein Gepäck noch einmal optimieren, aber im Fernsehen läuft „Keinohrhasen“. Zum Glück mit spanischem Untertitel, dieses Deutsch ist ja ganz schwer zu lernen. Werde mich dann mal noch mit einem Gläschen Rotwein vor den lodernden Kamin verziehen. Der Regen hat Quito auf arktische 15 Grad runter gekühlt. Klingt in Deutschland wahrscheinlich komisch, ist aber so. Mangels Brennholz wird allerdings der Fernseher die Kaminrolle übernehmen. Und mangels Rotwein tut es auch eine Dose Bier.
Samstag, 6. Februar 2010
Michael Colling
QUITO: Der Tag begann ziemlich planlos und endete auch so. Den Vormittag hab ich noch im Garten des Hotels La Cartuja verbracht und den Blog aktualisiert. Joanne und Warren hab ich noch gefragt, ob sie mich am Dienstag zum Äquator begleiten wollen. Inzwischen haben sie halbwegs verbindlich zugesagt. Auch Martyn hab ich noch getroffen, aber er reist am Dienstag zurück nach England. Um 11 Uhr hab ich das Hotel verlassen und bin 200 m weiter ins Hotel Embassy gezogen, da das La Cartuja ab der kommenden Nacht ausgebucht war. Überhaupt scheinen Unterkünfte zurzeit in Quito rar zu sein. Der Grund dafür hat sich mir noch nicht erschlossen. Wahrscheinlich gibt es einfach zu wenig davon. Ich habe den Eindruck, dass mein Gepäck zugenommen hat. Kann aber eigentlich nicht sein, denn für das eine neue T-Shirt habe ich ein altes entsorgt. Der Reiseführer und das Fernglas von Sandra, die ich zurzeit mittrage, können es doch auch nicht ausmachen. Das Embassy trägt vier Sterne, zu Hause wären es wahrscheinlich drei, würde aber auch das Doppelte kosten. Es ist von außen pfui, von innen hui. Ich habe Zimmer „Catorce“. Als U2-Fan weiß ich natürlich, dass das 14 heißt. Zweiter Hinterhof mit Ausblick zum Parkplatz, aber mit Parkett, zwei Schlafzimmern, Küche, Bad und einem Wohnzimmer mit Kamin. Da es in diesem Augenblich zu regnen angefangen hat, hab ich es mir vorm Fernseher gemütlich gemacht und die Highlights der WM 78 verfolgt. Der Regen hat aber auch sein Gutes. Er hat den örtlichen Fanfarenzug vertrieben, der bis dahin in der Straße trainiert hat. Ich hab die Zeit genutzt, um bei GAP Adventures anzurufen und die Tour zum Äquator zu arrangieren. Erst mal blieb es mir verwehrt und auf meine Nachfrage erklärte man mir, dass es erst freigeschaltet werden müsse. Man lege halt nur Wert darauf, den Gästen persönlich zu erklären, dass die Telefonate zu bezahlen sind. Ich hab geschworen, dass ich das morgen tun werde und durfte fortan telefonieren. In der Kundendatei von GAP Adventures werde ich nun als Michael Colling geführt, weil ich mich mit „Maikäll`s calling“ gemeldet habe. Unter diesem Namen werde ich also am Dienstag auf dem Äquator stehen. Ich kann den Regen noch nicht ganz einordnen, da es der erste ist, den ich hier erlebe. Jetzt am Abend hält er noch an. Hoffe nur, dass das nicht über Tage so geht, denn die nächsten zwei Tage möchte ich mit Höhentraining über 4000 m am Cotopaxi verbringen. Ich bin dann nochmal durch den Regen gestapft, um bei Texas Chicken den Magen zu füllen. Man glaubt dort übrigens nicht an die Wirkung von Gabeln und Servietten und gibt den Gästen stattdessen Plastikhandschuhe. Die Sauerei wird dadurch nicht kleiner, sondern wird lediglich von meinen Händen auf den Tisch verlagert, da ich beim Essen mit Handschuhen nicht sehr behände wirke. Ich hab mir dann noch ein trockenes Plätzchen im Dragonfly am Plaza El Quinde gesucht und bei zwei Bier zum Preis von einem die Übertragung der südamerikanischen Universitätsmeisterschaften im Basketball verfolgt. Jetzt sitze ich im Wohnzimmer und müsste eigentlich mein Gepäck noch einmal optimieren, aber im Fernsehen läuft „Keinohrhasen“. Zum Glück mit spanischem Untertitel, dieses Deutsch ist ja ganz schwer zu lernen. Werde mich dann mal noch mit einem Gläschen Rotwein vor den lodernden Kamin verziehen. Der Regen hat Quito auf arktische 15 Grad runter gekühlt. Klingt in Deutschland wahrscheinlich komisch, ist aber so. Mangels Brennholz wird allerdings der Fernseher die Kaminrolle übernehmen. Und mangels Rotwein tut es auch eine Dose Bier.
Freitag, 5. Februar 2010
Rückkehr ins Leben
QUITO: Die Fahrt war tatsächlich ruhiger. Im Morgengrauen haben wir die Mangroven von Baltra mit unseren Schlauchbooten durchstriffen und dabei viele Wasserschildkröten getroffen. Zurück an Bord und vom Frühstück gestärkt, hieß es Rucksack packen und Schuhe an. Mit einem Sonnenbrand, 842 Fotos, spannenden Erlebnissen und netten Bekanntschaften machen wir uns auf den Rückweg in die Zivilisation. Ein paar Seelöwen auf der Anlegestelle wollten die Abreise noch verhindern, aber inzwischen steigen wir da sehr routiniert drüber. Ein Kleinbus brachte uns dann zum Flughafen Baltra, der eigentlich nur aus einem großen Holzdach und ein paar Pfosten besteht, aber doch recht stabil wirkt. Mit dem obligatorischen Zwischenstopp in Guayaquil ging es zurück nach Quito, wo wir von erfrischenden 16 Grad empfangen wurden. Wir verbringen eine weitere Nacht im Hotel La Cartuja. Vorher habe ich aber noch meine 105 E-Mails abgerufen, von denen ich allerdings über 80 ungelesen löschen konnte. Den Abend haben wir dann in La Mariscal ausklingen lassen. Auf Ruhe muss man dort allerdings am Freitagabend auch nicht hoffen. Zurück in Quito bedeutet auch, wieder in Reichweite des World Wide Webs zu sein und die neuesten Berichte hochladen zu können. Sie kommen deshalb jetzt etwas geballt. Ja, Sven, jetzt auch mit Fotos. Rukiye, nachträglich alles Gute zum Geburtstag. Ich hoffe, vom Rest der Welt abgeschnitten zu sein, taugt als Ausrede, oder!? Catherina, Deine Geburtstags-E-Mail zehn Minuten vor deutscher Mitternacht war meine erste Amtshandlung nach unserer Rückkehr nach Quito.
Donnerstag, 4. Februar 2010
Der Morgen danach
GALAPAGOS: Wir mussten in der vergangenen Nacht unsere Prioritäten neu definieren. Es ging nicht mehr darum, auszuschlafen. Ziel muss es sein, den Mageninhalt bei sich zu behalten und die Koje nicht unfreiwillig zu verlassen. Nachdem wir dann doch noch ein wenig schlafen konnten, sind wir in der Gardner Bay aufgewacht und haben dort nach dem Frühstück Espanola Island betreten. Hunderte von Seelöwen und Iguanas waren allerdings schon vor uns da. Einem von ihnen bin ich wohl ein wenig zu nahe gekommen und habe auf sein Bellen mit einem geordneten Rückzug geantwortet. Nachdem wir sie ausführlich begutachtet und zigfach fotografiert hatten, blieb noch Zeit für einen weiteren Schnorchelgang. Zurück an Bord lohnte es sich nicht, sich aus den nassen Klamotten zu pellen, denn schon zwanzig Minuten später bot sich uns die nächste Gelegenheit zum Schnorcheln, diesmal in einem Vulkanloch, wo wir wieder mal nach Herzenslust von Seelöwen animiert wurden. Oder andersrum. Pablo übte sich im Wetttauchen mit ihm und hatte trotz einer beeindruckenden Tauchtiefe von 4-6 Metern keine Chance. Ein paar Trompetenfische und Stingrays rundeten unseren letzten Schnorchelgang ab. Ich habe jetzt auch erstmal genug davon und so war unsere nachmittägliche Wanderung auf der Insel Espanola eine willkommene Abwechslung. Die Insel ist vor allem für ihre Vogelvielfalt bekannt, leider aber auch für die vielen Moskitos. Nach der Rückkehr auf unser Boot haben wir sofort wieder die Segel gesetzt in Richtung Baltra, wo wir morgen wieder den Flieger Richtung Zivilisation besteigen werden. Die Fahrt wird bis in die frühen Morgenstunden dauern, aber die Crew hat versprochen, dass dieses Teilstück ruhiger und magenfreundlicher wird. Mehr dazu morgen.
Mittwoch, 3. Februar 2010
Landgang auf Floreana
GALAPAGOS: Die Nacht war unruhiger als erwartet. Nachts um 1 Uhr haben wir Kurs auf die Insel Floreana genommen. Der Wellengang unterwegs war heftig und hätte uns beinahe aus den Kojen geschüttelt. Erschwerend kam hinzu, dass unsere bis dahin bereits geleerten Bierflaschen mehrmals die Kajüte ausgemessen hatten, bevor wir sie, gemäß den internationalen Sicherheitsrichtlinien, zwischen den Schwimmwesten einklemmten. Irgendwie ist es uns dann doch noch gelungen einzuschlafen und munter um 6:45 Uhr beim Frühstück zu erscheinen. Nach dem Frühstück haben wir uns in Schlauchbooten auf den Weg gemacht, die Insel zu erkunden. Seelöwen und Wasserschildkröten haben uns dabei begleitet und auch ein Galapagos-Pinguin und ein paar Blaufußtölpel gaben sich die Ehre. An einer flachen Stelle haben wir dann Floreana Island betreten und uns an die Besteigung des Baronesa`s Hills gemacht. Unser Weg war gesäumt von Iguanas aller Farben, Formen und Größen. Nach unserer kleinen Wanderung sind wir in eine Bucht gefahren und haben uns mit Taucherflossen, Brillen und Schnorcheln bewaffnet, um die Unterwasserwelt zu erforschen. Die Seelöwen waren nicht weniger an uns interessiert, als wir an ihnen und so war die Tuchfühlung zuweilen enger als gewünscht. Aber es war ein Riesenspaß, besonders für die Meeresbewohner. Zurück an Bord und mit trockenen Sachen haben wir uns die Bäche gefüllt und eine zweistündige Siesta eingelegt. Am Nachmittag sind wir dann in der Bucht von Punta Cormoran an Land gegangen und haben dabei viele Flamingos gesehen. Ein weiterer Schnorchelgang sollte den Tag abrunden. Wir haben ihn allerdings etwas kürzer gehalten, denn die Strömungen hier sind stark und unberechenbar. Unser Schlauchbootkapitän konnte mit einem Wundermittel gegen beschlagene Taucherbrillen helfen. Dann hat er mich allerdings vergessen, was mich nicht nervös machen würde, wäre die Strömung nicht so stark, dass ich mit geballter Kraft gerade einmal auf der Stelle bleiben kann. Zum Glück hat er mein Winken gesehen und mich dann doch noch abgeholt, um mich wenig später an einer ruhigeren Stelle wieder auszusetzen. Den wieder einmal sehr aktiven Seelöwen wurde diesmal allerdings die Show von einem kleinen Hai gestohlen, der unter uns durch tauchte. Jetzt am Abend haben wir uns wieder auf eine ca. sechsstündige Fahrt gemacht, was für den Schlaf nichts Gutes erahnen lässt.
Dienstag, 2. Februar 2010
Abschied von Handy und Internet
GALAPAGOS: Ich bin putzmunter um 3 Uhr aufgewacht. Meine innere Uhr stand eben noch auf 9 Uhr und außerdem haben wir gestern Abend um 9 geschlafen wie zwei Steine. Meinen Geburtstag haben wir in La Mariscal, dem Kneipenviertel von Quito, bei einem Burger und je zwei Bieren zum Preis von einem ausklingen lassen. Begleitet haben uns Martyn, ein Bilderbuchengländer und Wissenschaftler aus Brighton und Alejandro, ein Fotograf aus San Diego mit amerikanischem Pass, der sich trotzdem jedem als Mexikaner vorstellt. Die beiden haben wir beim abendlichen GAP-Briefing kennen gelernt. GAP Adventures organisiert die Galapagos-Tour, zu der wir um 6:30 Uhr aufgebrochen sind. Von Quito ging es per Flugzeug mit kurzem Zwischenstopp in Guayaquil nach Baltra, einer der Galapagos Inseln. Für alle Galapagos-Flüge gibt es neben den üblichen Kontrollen eine separate Prüfung auf Obst und Tiere, die das empfindliche Gleichgewicht der Inseln stören könnten. In Guayaquil mussten wir diesmal nicht aussteigen, womit uns eine weitere Erfahrung mit dem qualifizierten Bodenpersonal erspart blieb. Auch AeroGal, die sich mit der ebenfalls einheimischen TAME Airlines den Markt für Galapagos-Flüge teilt, schlägt Iberia um Meilen. Vor der Landung wurden die Gepäckfächer desinfiziert, nach der Landung unsere Schuhe. Der Empfang auf Baltra hat uns ein wenig die Illusion des besonders extravaganten Reiseziels geraubt. Nachdem wir unseren Eintritt von 100 $ entrichtet hatten, prügelten unentspannte Tour Guides die Gäste in Busse bis auch der letzte Stehplatz vergeben ist. Nach einer kurzen Fährfahrt auf die Nachbarinsel Santa Cruz, vorbei an Seelöwen, die sich in der Sonne aalen, werden die Wege einsamer und die Reise entspannter. Galapagos muss wohl die höchste Dichte an Speed-Hügeln haben, was die Fahrt auf ein sehr gemütliches Tempo gedrosselt hat. In Puerto Ayora angekommen, wurden wir von Pablo begrüßt, der für die nächsten Tage für unsere Bespaßung verantwortlich zeichnet. Mit dem Schlauchboot ging es zu unserem Boot, das für diese Woche Fortbewegungsmittel und Unterkunft sein wird. Aber zunächst heißt es „Schuhe aus“, denn die sind an Bord verpönt. Wir haben die Kabine 3 bekommen, auf dem Oberdeck und neben zwei Italienerinnen, die wir einstimmig zu unseren neuen Lieblingsreisebegleiterinnen ernannt haben. Das natürlich nur ironisch, denn die beiden verteidigen tapfer die schlechte Meinung, die ich über Italiener habe. Neben ihnen sowie Martin und Alejandro begleiten uns Joshua und Taika aus Toronto, Joanne und Warren aus Brisbane und drei Mädels, zufällig auch aus Brisbane. Mit unserer Kabine hatten wir Glück, wie wir später erfahren durften. Klimaanlage und Fenster sind nicht selbstverständlich. Und es ist die nächste Kabine zur Bar. Die Schwimmwesten stehen uns ausgezeichnet, was wir bei der obligatorischen Alarmübung vorführen konnten. Anschließend ging es wieder mit dem Schlauchboot zur Darwin Research Station. An der Anlegestelle saßen kleine Iguanas zum Empfang bereit. In der Station hatten wir dann unsere ersten Begegnungen mit den uralten Riesenschildkröten, für die die Inseln so berühmt sind. Der Methusalem unter ihnen, Lonesome George, geschätzte 80 Jahre alt, hat sich aber leider vor uns versteckt. Bevor wir uns wieder auf das Schlauchboot schwingen konnten hatten wir noch etwas Zeit für die nötigsten Besorgungen. Diese war auch zwingend notwendig, denn die nächsten zwei Tage werden wir nur auf unbewohnten Inseln Halt machen. Wir befinden uns bis Freitag nicht nur in einer supermarkt-, sondern auch in der wahrscheinlich letzten handy- und internetfreien Zone der Welt. Am Hafen von Puerto Ayora konnten wir noch den Fischern beim Ausnehmen ihrer Tagesausbeute zusehen. Uns interessierten dabei weniger die Fischinnereien, als vielmehr die Seelöwen, die sich ein paar leckere Fischköpfe erbetteln konnten. An Bord konnten wir noch die Crew um Käpt`n Luis und die Kochkünste von Fabrizio kennenlernen bevor wir den Tag bei einem Bierchen auf dem Upper Deck ausklingen lassen haben. Der einsetzende Nieselregen hat uns wieder weit vor 21 Uhr in die Kojen getrieben. Die Pazifikwellen, die unser kleines Boot auch im Hafen in Bewegung halten, werden uns entweder sanft in den Schlaf schaukeln oder uns um diesen bringen.
Montag, 1. Februar 2010
Die Frisur sitzt...
QUITO: 9 Uhr morgens, 26 Grad ! Plus !!! Bin gut angekommen und kühle mich erstmal im Garten unseres Domizils für die nächste Nacht ein wenig runter. Selbst unser Gepäck hat den Weg nach Ecuador gefunden, was nicht selbstverständlich ist nach unseren Erfahrungen mit den Flughäfen in Madrid und Guayaquil. Die königlich-spanische Fluggesellschaft Iberia verzichtet neuerdings auf innereuropäischen Flügen darauf, kostenlos Getränke zu servieren. Von etwas zu Essen wagten wir nur zu träumen. "Iberia - vielen Dank für Speis` und Trank" hat sich schon zu einem geflügelten Wort entwickelt. Nun gut, sie hat uns sicher nach Madrid gebracht, wir sind ja bescheiden. 1:40 Stunde sollten wohl zum Umsteigen reichen, wenn man allerdings auf der gefühlt 12 km langen Wanderung noch ein paar Chicken McNuggets greifen muss, um sie gemütlich auf der Rolltreppe zu verschlingen, gerät man schon leicht ins Schwitzen. Geradeso geschafft haben wir erfreut festgestellt, dass die ecuadorianische LAN Airlines Service und Komfort etwas größer schreibt. Wirklich gut. Da sollten wir doch den kurzen Zwischenstopp in Guayaquil an der Pazifikküste mit links nehmen. Naja, unsere Transit-Kärtchen haben wir bekommen, aber so richtig mit uns gerechnet hatte wohl keiner. Unser Flug hatte sich leider nicht für die Anzeigetafel qualifiziert bzw. nur unter falschem Namen. Hätten wir natürlich wissen müssen, dass der Flug nach Miami einen Zwischenstopp in Quito beinhaltet, solange nichts gegenteiliges behauptet wird. Wir wurden dann also vom reizenden Bodenpersonal mehrmals zwischen den Gates 6 und 10 hin und her geschickt und bildeten langsam mit anderen Reisenden einen aufgebrachten pöbelnden Mob. Dabei hätten wir nur das arithmetische aus den unterschiedlichen Auskünften bilden müssen. Natürlich mussten wir zu Gate 8. Quito hat uns mit gnadenloser Hitze empfangen und sich als erstaunlich organisiert erwiesen. Keine Pannen, unser Gepäck ist angekommen, die Passkontrolle war wohlwollend und nicht einmal der Taxifahrer wollte uns abzocken. Wir bleiben bis morgen im Hotel La Cartuja. Sauber, gepflegt, ein schöner Garten und recht zentral, soweit wir das bis jetzt beurteilen können. Es hätte uns zum Auftakt schlimmer treffen können. Und es bietet gratis W-LAN. Vielen Dank für die 35 Geburtstagsmails, die mich auf verschiedenen Kanälen erreicht haben. Kann mich an keinen Geburtstag erinnern, den ich in Shorts bei 30 Grad verbringen durfte.
Sonntag, 31. Januar 2010
Es kann losgehen!
BERLIN: Die letzten Prüfungen sind geschrieben und das „Nicht-Super-aber-bestanden“-Gefühl hat sich durchgesetzt. Jetzt heißt es ab in die Sonne und abwarten. Meine Wohnung ist geräumt und geputzt. Der Rucksack ist geschnürt und wartet auf den Abmarsch. In sechs Stunden kommt mein Untermieter aus Dublin, um meine Wohnung zu übernehmen. Ich hoffe, er ist pünktlich, schließlich habe ich heute noch wichtige Termine. In 13 Stunden sind wir in Madrid und kaum 15 Stunden später setzen wir unsere Füße mal wieder auf die Südhalbkugel. Ich werde mal die Beine noch ein bisschen hochlegen, bevor ich in meinem Flugsessel fixiert werde.
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