HALONG BAY: Um 8 Uhr starte ich mit zwei etwas älteren australischen Paaren im Kleinbus von „Queen Travel“, denen auch unser Hotel gehört, in Richtung Halong Bucht. Ich mache es mir schon bequem, aber wir halten noch einige mal und letztendlich ist der Bus bis auf zwei Sitze voll. Die freien Plätze sind bis unter das Dach mit Gepäck beladen. Ich komme ins Gespräch mit zwei Mädels aus Österreich. Sie haben ihre Jobs gekündigt, um vier Monate zu verreisen. Ich erkenne Parallelen, aber auch einige Gegensätze. Vor allem sind es echte Tussis, die ich nicht lange ertragen kann. Die Fahrt nach Halong Bay City dauert fünf Stunden, von denen wir eine halbe in einer Werkstatt verbringen, wo behinderte Menschen Tourikram produzieren. Ich kann widerstehen, wie im Übrigen alle Businsassen. In Halong Bay City bricht nun das reinste Chaos aus, aber das empfinden vielleicht auch nur wir so. Die Aufgabe ist es, die angekommenen Reisenden auf Boote zu verteilen. Kompliziert wird das Ganze dadurch, dass jeder etwas anderes gebucht hat. Zwei Tage, drei Tage, eine Woche. Ich lande letztendlich auf der „Dang Tam“. Den Namen sollte man sich schon merken, denn die Unterschiede zwischen den Booten sind ansonsten marginal. Das Boot ist angenehm locker gefüllt. Neben mir und den vier Australiern sind holländischen Krankenschwestern Femke und Eline an Bord, mit denen ich schnell auf einer Wellenlänge liege. Die beiden befinden sich auch auf einer mehrmonatigen Weltreise. Dann sind da noch drei schmollmündige Hühner aus Roskilde in Dänemark, die nach Abschluss ihrer Schule vor etwa einem Jahr zu einem Volontariat nach Indien aufgebrochen sind und nun, vor Beginn ihres Studiums, noch ein bisschen durch Indochina reisen. Dänemark ist auf unserem Boot etwas überrepräsentiert, denn neben den dreien ist noch ein Pärchen aus der Nähe von Aarhus dabei. Außerdem ein 33-jähriger Waliser in Begleitung seiner Mutter. Ich beziehe Kabine drei, neben Femke und Eline, und wir stechen in See. Ich lasse mich auf einer der Liegen auf dem Dach nieder. Schnell scharen sich die Krankenschwestern und Hühner um mich, was wohl eher am grandiosen Ausblick, als an mir, liegt. Bizarre, grün bewucherte, Felsen ragen aus dem Wasser hervor. An einem von ihnen gehen wir an Land und steigen zu einer Höhle auf. Nach den Cango Caves in Südafrika sind die aber eher ein Kinderspielplatz für mich. Eine Geschäftsidee nehme ich aber mit. Man interpretiert in einen Stein eine Schildkröte hinein und behauptet, es würde Glück bringen, wenn man ihr Geld auf den Kopf legt. Funktioniert hier offenbar ganz gut. Nach kurzer Fahrt machen wir an einer Plattform fest, von der aus wir die Möglichkeit zum Kajakfahren haben. Mit dem Engländer Liam nehme ich diese wahr. Etwa eine Stunde rudern wir zwischen den Felsen umher, durch einen Tunnel und in geflutete Höhlen. Auf einem Felsen sehen wir Affen, die sich auf den Bäumen austoben. Wieder ein paar Meter gefahren gehen wir auf einer weiteren Insel an Land. Ich gehe mit Eline baden und anschließend wandere ich mit ihr und Femke auf den Gipfel des Eilands. Irgendwie ist das unserem Guide, dessen Namen ich noch lerne, wohl entgangen, denn wir sehen unser Boot gerade ablegen, als wir zur Anlegestelle zurückkehren. Ein lauter Pfiff von Eline bewegt sie in letzter Sekunde zur Umkehr und wir werden doch noch mitgenommen. Naja, spätestens beim Abendessen wäre es ja aufgefallen. Das nehmen wir am feierlichen Tisch ein, aber mit den Krankenschwestern geselle ich mich schnell zur Crew, die wesentlich gemütlicher auf einer Decke auf den Planken platzgenommen hat. Da ich satt bin koste ich nur vom Reiswein, der schon fast alle ist. Dass in dieser Runde Schmatzen und Schlürfen zum guten Ton gehören, ist gewöhnungsbedürftig, aber eben eine kulturelle Eigenart. Im Übrigen macht es auch nicht gerade Spaß, den Australiern beim Essen zuzusehen. Es fällt mir ja schon schwer, zu tolerieren, wenn jemand mit vollem Mund redet, aber zu reden, während man den Löffel, ein Hühnerbein oder die eigene Faust im Mund hat, ist schon grenzwertig. Rülpsen ist offenbar in Australien auch okay. Die Crew hat die Karaoke-Anlage für uns raus gekramt, aber so ganz locker sind wir dann doch noch nicht und so lauschen wir lieber vom Dach des Bootes den Gesangskünsten auf den anderen Booten, denn Karaoke ist hier offenbar das einzige Animationsprogramm. Ich kann das Lied „Yellow Submarine“ nicht mehr hören.
Sonntag, 2. Mai 2010
Ein Tag auf dem Meer
HALONG BAY: Um 8 Uhr starte ich mit zwei etwas älteren australischen Paaren im Kleinbus von „Queen Travel“, denen auch unser Hotel gehört, in Richtung Halong Bucht. Ich mache es mir schon bequem, aber wir halten noch einige mal und letztendlich ist der Bus bis auf zwei Sitze voll. Die freien Plätze sind bis unter das Dach mit Gepäck beladen. Ich komme ins Gespräch mit zwei Mädels aus Österreich. Sie haben ihre Jobs gekündigt, um vier Monate zu verreisen. Ich erkenne Parallelen, aber auch einige Gegensätze. Vor allem sind es echte Tussis, die ich nicht lange ertragen kann. Die Fahrt nach Halong Bay City dauert fünf Stunden, von denen wir eine halbe in einer Werkstatt verbringen, wo behinderte Menschen Tourikram produzieren. Ich kann widerstehen, wie im Übrigen alle Businsassen. In Halong Bay City bricht nun das reinste Chaos aus, aber das empfinden vielleicht auch nur wir so. Die Aufgabe ist es, die angekommenen Reisenden auf Boote zu verteilen. Kompliziert wird das Ganze dadurch, dass jeder etwas anderes gebucht hat. Zwei Tage, drei Tage, eine Woche. Ich lande letztendlich auf der „Dang Tam“. Den Namen sollte man sich schon merken, denn die Unterschiede zwischen den Booten sind ansonsten marginal. Das Boot ist angenehm locker gefüllt. Neben mir und den vier Australiern sind holländischen Krankenschwestern Femke und Eline an Bord, mit denen ich schnell auf einer Wellenlänge liege. Die beiden befinden sich auch auf einer mehrmonatigen Weltreise. Dann sind da noch drei schmollmündige Hühner aus Roskilde in Dänemark, die nach Abschluss ihrer Schule vor etwa einem Jahr zu einem Volontariat nach Indien aufgebrochen sind und nun, vor Beginn ihres Studiums, noch ein bisschen durch Indochina reisen. Dänemark ist auf unserem Boot etwas überrepräsentiert, denn neben den dreien ist noch ein Pärchen aus der Nähe von Aarhus dabei. Außerdem ein 33-jähriger Waliser in Begleitung seiner Mutter. Ich beziehe Kabine drei, neben Femke und Eline, und wir stechen in See. Ich lasse mich auf einer der Liegen auf dem Dach nieder. Schnell scharen sich die Krankenschwestern und Hühner um mich, was wohl eher am grandiosen Ausblick, als an mir, liegt. Bizarre, grün bewucherte, Felsen ragen aus dem Wasser hervor. An einem von ihnen gehen wir an Land und steigen zu einer Höhle auf. Nach den Cango Caves in Südafrika sind die aber eher ein Kinderspielplatz für mich. Eine Geschäftsidee nehme ich aber mit. Man interpretiert in einen Stein eine Schildkröte hinein und behauptet, es würde Glück bringen, wenn man ihr Geld auf den Kopf legt. Funktioniert hier offenbar ganz gut. Nach kurzer Fahrt machen wir an einer Plattform fest, von der aus wir die Möglichkeit zum Kajakfahren haben. Mit dem Engländer Liam nehme ich diese wahr. Etwa eine Stunde rudern wir zwischen den Felsen umher, durch einen Tunnel und in geflutete Höhlen. Auf einem Felsen sehen wir Affen, die sich auf den Bäumen austoben. Wieder ein paar Meter gefahren gehen wir auf einer weiteren Insel an Land. Ich gehe mit Eline baden und anschließend wandere ich mit ihr und Femke auf den Gipfel des Eilands. Irgendwie ist das unserem Guide, dessen Namen ich noch lerne, wohl entgangen, denn wir sehen unser Boot gerade ablegen, als wir zur Anlegestelle zurückkehren. Ein lauter Pfiff von Eline bewegt sie in letzter Sekunde zur Umkehr und wir werden doch noch mitgenommen. Naja, spätestens beim Abendessen wäre es ja aufgefallen. Das nehmen wir am feierlichen Tisch ein, aber mit den Krankenschwestern geselle ich mich schnell zur Crew, die wesentlich gemütlicher auf einer Decke auf den Planken platzgenommen hat. Da ich satt bin koste ich nur vom Reiswein, der schon fast alle ist. Dass in dieser Runde Schmatzen und Schlürfen zum guten Ton gehören, ist gewöhnungsbedürftig, aber eben eine kulturelle Eigenart. Im Übrigen macht es auch nicht gerade Spaß, den Australiern beim Essen zuzusehen. Es fällt mir ja schon schwer, zu tolerieren, wenn jemand mit vollem Mund redet, aber zu reden, während man den Löffel, ein Hühnerbein oder die eigene Faust im Mund hat, ist schon grenzwertig. Rülpsen ist offenbar in Australien auch okay. Die Crew hat die Karaoke-Anlage für uns raus gekramt, aber so ganz locker sind wir dann doch noch nicht und so lauschen wir lieber vom Dach des Bootes den Gesangskünsten auf den anderen Booten, denn Karaoke ist hier offenbar das einzige Animationsprogramm. Ich kann das Lied „Yellow Submarine“ nicht mehr hören.
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