Samstag, 13. Februar 2010

Machu Picchu muss warten
















LIMA: Nach dem Frühstück heißt es mal wieder Rucksack schnüren. Ich begleiche an der Rezeption noch meine Rechnung für den Laundry Service in Höhe von 131,40 Soles, also etwa 35 €, was mir angesichts dessen, dass meine dreckige Wäsche nicht komplett in den Sack gepasst hat, fair erscheint. Natürlich hat auch das Hotel nicht genug Wechselgeld, was komischerweise auch auf jeden Taxifahrer zutrifft, aber ich schaffe es gerade so, passend zu zahlen. Mit geschätzten 22 kg auf dem Rücken und weiteren 10 kg vor der Brust mache ich mich zu Fuß auf den Weg ins Hotel Antigua Miraflores, keinen Kilometer entfernt. Auf dem Zimmer angekommen, rufe ich erst mal die Bundesligaergebnisse ab und stelle fest, dass ich wohl Berlin erst wieder als Zweitligastandort betreten werde. Mit sieben Millionen Einwohnern ist Lima doppelt so groß wie Berlin. Trotzdem habe ich das Gefühl, gesehen zu haben, was sehenswert ist und verbringe den Rest des Tages schlendernd in den Straßen von Miraflores. Um 19 Uhr treffen wir uns mit unseren Begleitern für die nächsten zwei Wochen, um den morgigen Tag zu besprechen. Wenn Sandras Flug keine Verspätung hat, könnte sie es gerade so schaffen. Ansonsten muss ich gut aufpassen. Nachdem ich mich noch ein wenig auf dem Kunstmarkt im Parque Kennedy rumgetrieben und am vernebelten Pazifikufer Abschied von Quito genommen habe, setze ich mich mit einem Buch in die Lobby und warte, wer so kommt. Von Sandra erhalte ich eine SMS, dass sie pünktlich gelandet und auf dem Weg ist, da setzen sich Clare und Robert Hills, ein älteres Ehepaar aus Kanada zu mir. Sie werden uns bis La Paz begleiten oder vielmehr wir sie, denn ihre Reise geht weiter nach Buenos Aires. Wenig später kommt auch Daniela Villa von GAP Adventures, um uns mit Deteils über unsere bevorstehende Tour mitzuteilen. Wir warten noch auf Hadleigh Stollar aus England sowie Audrey Biesty und Fiona Prendergast aus Irland. Ich bin gespannt, ob es zufällig die Fiona vom Äquator ist, glaube es aber nicht, da sie eigentlich andere Pläne hatte. Erfahren werde ich es erst morgen, denn die drei fehlenden sind offenbar noch nicht in Lima angekommen. So schafft es Sandra noch rechtzeitig zum Briefing, was wir nun zu viert abhalten. Unsere Hoffnung, auf dieser Tour in die Inkaruinen von Machu Picchu zu besuchen, muss Daniela gleich enttäuschen. Nach den verheerenden Erdrutschen vor einigen Wochen sind die Wege dorthin noch immer abgeschnitten. Eine realistische Chance bestand wahrscheinlich nie, denn mindestens bis Ende März wird kein Besucher mehr nach Machu Picchu gelangen. Trotzdem freuen wir uns auf die Tour, zu der wir morgen sehr zeitig aufbrechen werden. Sandra ist von ihrem Flug verständlicherweise gerädert, aber wir gehen noch auf einen Happen in die Pizza Street um die Ecke und verteidigen uns tapfer gegen Rosenverkäufer, Fotografen und Musiker. Nachträglich zum Geburtstag schenkt mir Sandra noch deutsche Backwaren, wie Pumpernickel und Leinsamenbrot.

3 Kommentare:

  1. Ich überlege mir schon Fragen für unser Wiedersehen. Mein Favorit ist momentan: "Und wie war's?".

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  2. Immer eine gute Eröffnung. Oder wie wär`s mit folgenden Variationen: Wie war das Hotel? Wie war das Wetter? Wie war das Essen?

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  3. Wie wärs denn mit:"Ach Du warst weg?"

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