Mittwoch, 10. Februar 2010

Holá, Perú!




LIMA: Um 3 Uhr klingelt mein Wecker in Quito. Das, vorsichtshalber auch für um 3 bestellte, Wachklopfen erfolgt pünktlich um halb vier. Das Taxi ist da schon pünktlicher. Auch wenn Quito keine Traumstadt ist, kommt doch ein wenig Wehmut auf, als wir zum letzten mal mit Tempo 120 durch die Avenida 6 de Diciembre, vermutlich zu Ehren des Nikolaus so benannt, fahren und rote Ampeln als Empfehlung zur Kenntnis nehmen. 2:40 Stunden vor Abflug ist die Schlange für den Flug der Copa Airlines nach Panama schon lang und besteht natürlich überwiegend aus HERBALIFE-Aktivisten. Die Abfertigung verläuft zäh, aber reibungslos. Ich stelle fest, dass mein Gepäck zwar an Volumen, nicht aber an Gewicht zugenommen hat. In der anderen Ecke des Terminals darf ich nun noch meinen Departure Tax von 42 Dollar entrichten und der Ausreise steht nichts mehr im Wege. Der Weg führt mich zunächst wieder über den Äquator nach Panama. Aus der Luft macht die Stadt Lust auf mehr, aber nach gut einer Stunde schlage ich die Gegenrichtung ein, fliege wieder in die südliche Hemisphäre und lande 13:30 Uhr in Lima. Zugegeben, es gibt kürzere Wege von Quito nach Lima, aber dieser war der günstigste. Außerdem sammle ich Flugmeilen, einen weiteren Länderpunkt und bekomme zwei warme Mahlzeiten, denn Copa serviert auch in der Economy selbst auf einem kurzen 85-Minuten-Flug ein Frühstück mit warmen Pancakes und Schinken. Schau Dir das an, Iberia! Für den Weiterflug hat Copa kurzfristig die Embraer 190 durch die größere Boeing 737 ersetzt, was uns mehr Platz verschafft. Die Einreise erfolgt ohne Fragen, was aber auch dem Losglück zu verdanken ist, denn beim Zoll betätigt man einen Knopf, der nach dem Zufallsprinzip den Weg geradeaus oder nach links zum Interview weist. Das Preisgefälle zwischen den verschiedenen Taxianbietern ist groß und ich entscheide mich für die 23 $-Variante von Taxi Green. Lima ist ein Moloch und die Kriminalität hoch. Alfredo hat auch bereits mit Engelszungen auf mich eingeredet, ich solle mich nicht auf eine Busfahrt einlassen. Die Fahrt nach Miraflores dauert ca. 40 Minuten und erweckt bei mir keine Vorfreude auf Lima. Die suburbanen Gebiete um Lima wirken wie ein einziges großes Industriegebiet. Von dem kolonialen Charme Quitos ist hier nichts zu sehen, allerdings fahren wir auch nicht durch das historische Zentrum. Miraflores gehört noch zu Lima, ist aber eher das für die Stadt, wie Warnemünde für Rostock. Hier kann man sich zwar auch noch im Dunkeln raus trauen, aber es ist eben doch nur eine Aneinanderreihung von Tankstellen, Hotels und Fast Food-Läden. Ich steige ab im Hotel San Agustin Colonial an der Avenida Comandante Espinar, die extrem befahren ist auf der sich die Tankstellen auf dem Mittelstreifen befinden. Bei einem ersten Spaziergang an die steile Pazifikküste, die offensichtlich bei Surfern sehr beliebt ist, mich aber eher abschreckt, gewinne ich Gefallen an der Stadt und werde sogar schon wieder von Einheimischen nach dem Weg gefragt. Und dann finde ich sogar noch einen Supermarkt, der nicht nur wie in Deutschland funktioniert, sondern neben Flensburger Pils auch Burger Knäcke führt. Ich kann widerstehen, denn dafür fliege ich nicht um die halbe Welt. In zwei Monaten reagiere ich vielleicht anders. Jetzt werde ich mal noch Bestandsaufnahme bei meiner Wäsche machen, um morgen mal einen Teil waschen zu lassen und mich von der einen oder anderen Socke zu trennen.

2 Kommentare:

  1. Hi Micha,

    finde Deine Berichte super, lese immer fleißig mit. Bis wann brauchst Du die Infos zu Chile? Liebe Grüße
    N. aus Zehlendorf

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Frau P.,
    haben Flüge nach Santiago für den 28.2. gebucht. Wollen dann aber quasi volley auf die Osterinsel, wo Du ja nach meiner Kenntnis noch nicht warst. Laut Masterplan sind wir ab 5.3. in Chile unterwegs.
    LG v. M.B. aus B., z.Zt. in L., ab So. in C.

    AntwortenLöschen