Mittwoch, 24. Februar 2010

Arumantikama














PUNO: Der Regen trommelt auf das Wellblechdach unseres Zimmers. Außerdem stelle ich fest, dass das Abendessen entschlackend wirkt. Wie auch immer, wir haben hier ganz gut geschlafen und sind beide vor dem Wecker wach. Auf dem Dach des Küchen- und Esshäuschens liegen große rohe Fleischstücken und wir erkennen, dass es richtig war, die Zeit hier fleischlos zu verbringen. Dass wir uns mit dem Wasser aus der Tonne auf dem Hof waschen und die Zähne mit unserem Trinkwasser putzen müssen, empfinden wir nicht als schlimm. Zum Frühstück bringen uns die Kinder des Hauses frittiertes Brot und Coca Tee in unser Zimmer. Um 8 Uhr wollen wir wieder in See stechen, doch der Weg zur Anlegestelle ist nicht weit und unser Gastgeber bringt uns dorthin. Wir sind die ersten, doch bald folgen Daniela und Hadleigh. Daniela erkundigt sich, ob wir zum Waschen warmes Wasser bekommen haben, was wir verneinen müssen. Ein leicht schlechtes Gewissen beschleicht und schon, als wir mitbekommen, dass Daniela das bei unserem Gastvater anprangert. Wir verabschieden uns landessprachlich mit „Arumantikama“ und nehmen Kurs auf die schwimmenden Inseln der Uros. Wir verbringen hier einige Zeit, können aber den Angeboten von Schals, Pullovern und Handschuhen wiederstehen. Während wir auf die Weiterfahrt nach Puno warten hören wir noch die Entzückensschreie von Clare am anderen Ende der Insel: „So amazing!“, „How lovely!“, „She`s so cute.“ Wir verstehen, eine der Familien hat ihr Baby aus der Strohhütte geholt und wir sind gespannt auf Clares Reaktion auf die einen Tag alten Entenküken. Die fällt aber vergleichsweise nüchtern aus. Wir erreichen Puno zur Mittagszeit und auch, wenn die Stadt nicht viel zu bieten hat, so bietet sie uns zumindest eine warme Dusche, die wir ausgiebig genießen. Der Nachmittag plätschert so vor sich hin. Ein bisschen Internet, ein bisschen einkaufen. Vor allem fangen wir an zu rechnen, wie wir unsere restlichen Soles sinnvoll investieren, da wir morgen Peru bis auf weiteres verlassen werden. Auf einem Markt decken wir uns mit Obst und Brot für die morgige Fahrt ein. Eine willkommene Gelegenheit zum Geld ausgeben ist das Abendessen, zu dem wir mit Daniela, Audrey, Fiona und Hadleigh in die einzig sehenswerte Straße Punos gehen. Wir müssen mal wieder feststellen, dass es keinen Spaß macht, Daniela beim Essen zuzusehen und dass plötzlich sehr viel Deutsch gesprochen wird in diesem gottverlassenen Örtchen. Der Titicacasee zieht eben doch. Nach dem Essen gehen wir geradewegs mit Hadleigh ins Hotel, während die anderen drei noch in eine Karaokebar gehen. Sandra erkämpft sich den Platz am PC in der Lobby vor Hadleigh, was nicht leicht ist, da er eigentlich den ganzen Tag dort verbringt. Ich fasse oben den Tag zusammen und verzweifle immer wieder am hiesigen Internet, dass es fast unmöglich macht, Bilder hochzuladen. Sie kommen aber noch. Versprochen! Morgen heißt es wieder mal früh aufstehen und „Adiós, Peru!“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen