Donnerstag, 29. April 2010

Tradition und Technik






KUALA LUMPUR: Nun hat mich der Jetlag doch eingeholt. Ich konnte lange nicht einschlafen und hoffte noch auf eine Live-Übertragung der Champions League aus Barcelona, hier immerhin um 2:45 Uhr morgens. Stattdessen kam aber Kickboxen, was mich dann allerdings doch noch eingeschläfert hat. Für mich ungewöhnlich spät werde ich gegen 9 Uhr wach und gehe zum Frühstück wieder ins „Swiss Inn“. Gegensätzlicher als heute könnte ich Kuala Lumpur kaum erkunden. Früh morgens widme ich mich der alten, traditionellen Stadt, nachmittags der modernen Seite. Zunächst schaue ich mir den alten Bahnhof der Stadt an, der allerdings nicht so beeindruckend ist wie erwartet. Anschließend geht es zur Nationalen Moschee, die ich zwischen Morgen- und Mittagsgebet besichtigen kann. Der Islam ist Staatsreligion in Malaysia und 60 % der Bevölkerung sind Muslime. Das Land präsentiert sich aber recht weltoffen. Im Lake Garden hinter der Moschee besichtige ich noch das National Monument, das an die gefallenen Malaysier aus drei Kriegen erinnert und das Parlamentsgebäude, ein eher zweckmäßiger Hochhausbau. Der neue Bahnhof gleicht eher, wie zu Hause einem Shopping Center mit Bahnanschluss. Von hieraus nehme ich die hochmoderne Monorail, die auf Stelzen durch die Stadt schwebt, und fahre nach Bukit Bintang, wo ich mich im „The Ship“ auf dem Bintang Walk zum angeblich besten Steak der Stadt niederlasse. Es war nicht schlecht, aber das haben die Argentinier doch besser drauf. Da ich bereits morgen weiterreise, begebe ich mich noch auf die Suche nach einem kleinen Andenken im Pasar Seni, dem Central Market. Auf dem Weg bieten mir diverse zu Puppen geschminkte Damen ihre Massagen an, aber ich habe andere Pläne. Es ist schon schwer, etwas zu finden, was nicht nach billigem Tourikitsch aussieht. Ich habe nach früheren Reisen die Erfahrung gemacht, dass meine Mitbringsel an der Wand einen würdigeren Platz finden, als auf einem meiner Billy-Regale. Vorausschauend kaufe ich deshalb mit Vorliebe Bilder, so zum Beispiel in Rio, Buenos Aires und Kapstadt. Hier macht nun eine hölzerne Buddha-Maske das Rennen, die zumindest recht authentisch wirkt und mir fortan ein langes Leben verheißt. Natürlich bekomme ich, wie gehabt ein paar Sicherheitswarnungen für mein nächstes Reiseziel mit auf den Weg. Bei meiner verdienten Erfrischungspause in der Markthalle mache ich regen Gebrauch vom Rufknopfsystem. Und dann heißt es „schnell schlafen“, denn die Nacht wird kurz.

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