Montag, 26. April 2010

Bis bald, Afrika!














JOHANNESBURG: Zu viert hatten wir einen schönen letzten Abend in Südafrika. Vom Balkon eines Restaurants am Marine Drive haben wir den immer noch laufenden Triathleten zugesehen und sehr gut gegessen. Für mich gab es Kudufilet und einen exotischen Salat. Die Preise liegen hier etwas höher, als in vielen anderen Restaurants Südafrikas, aber gemessen an deutschen oder gar schwedischen Verhältnissen lebt es sich hier sehr günstig. Karin hat mit leuchtenden Augen von ihrem Traum erzählt, einmal einen Kampfjet zu fliegen. Das passt zu ihr. Irgendwie sind sie und Monica ständig auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Die Nacht in meinem dunklen Hinterhofzimmer war kurz und der Toilettengang lang, da er mich über den Hof führte. Um 6 Uhr wartet mein Taxi vor der Tür, das mich für 40 Rand zum Flughafen von Port Elizabeth bringt. Das Hostel ist offenbar gut gebucht, wie ich beim Warten an der Eingangstür feststellen kann, da einer nach dem anderen über den Flur zum Bad und wieder zurück schleicht. Am Flughafen habe ich noch Zeit für ein kleines Frühstück und dann trete ich den dreihundertsten Flug meines Lebens an. Comair, eine Tochter von British Airways bringt mich in 1:40 Stunden nach Johannesburg. Neben mir sitzt ein kräftiger Kerl aus Port Elizabeth, der gebürtig aus Johannesburg stammt. Wir plaudern über Afrika, die Welt, die Fußball-WM und Jürgen Klinsmann. Er hat auch Karten für zwei Vorrundenspiele gekauft und findet den Preis von 140 Rand pro Ticket unverschämt teuer. Ich weiß nicht, ob man in Deutschland für 14 Euro schon ein Zweitligaspiel ansehen kann. Johannesburg ist das Luftfahrtdrehkreuz des südlichen Afrikas und schon ganz auf die WM eingestellt. Die gängigen europäischen Fluggesellschaften und so mancher Exot aus Afrika geben sich ein Stelldichein. Air France setzt sogar schon ihren brandneuen A 380 ein. Von hier aus werde ich über Nacht die Rückkehr auf die Nordhalbkugel antreten. 45 Tage vor Beginn der Fußball-WM verlasse ich das Gastgeberland, das sich mir einmal mehr als sehr freundlich und für afrikanische Verhältnisse weit entwickelt präsentiert hat. Morgen früh um 5 Uhr betrete ich asiatischen Boden und damit den dritten Kontinent auf meiner Weltreise. Afrika bleibt vorerst mein Favorit unter den Kontinenten und ich habe den Aufenthalt so kurz gehalten, da ich schon im Juli nach Afrika zur Kilimandscharo-Besteigung zurückkehren werde. Aus zwei Wochen Südafrika nehme ich 1772 Fotos mit auf meine weitere Reise. Die Erinnerungen verschwimmen immer mehr. Es vergeht eigentlich kein Morgen mehr, an dem ich nicht überlegen muss, wo ich gerade bin. Ich bin deshalb froh, meine Reise mit vielen Fotos und, zuweilen etwas detailverliebten, Texten dokumentiert zu haben.

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