Dienstag, 27. April 2010

Ankunft in Asien














KUALA LUMPUR: Die Nacht war kurz, da wir der Sonne entgegen geflogen sind. Auf dem Flug nach Malaysia habe ich sechs Stunden verloren. Beim Einstieg in Johannesburg habe ich mich noch lange mit einer Gruppe von drei Australiern unterhalten, die den Heimweg nach Perth angetreten haben. Sie waren sehr interessiert an meiner Reise und etwas enttäuscht, dass Australien diesmal nicht auf meiner Route liegt. Und dann hab ich noch eine Amerikanerin glücklich gemacht, indem ich mit ihrem Mann den Platz neben ihr getauscht habe. Dafür erntete ich dann in gewohnt amerikanischer Unterkühltheit ein „thanks a million!“. Mit etwas Verspätung landen wir gegen 6 Uhr morgens, nach deutscher und südafrikanischer Zeit mitternachts, in Kuala Lumpur. Die Lufttemperatur liegt bereits bei 28°C. Die Taxifahrt dauert etwa eine Stunde, da der Flughafen, vermutlich in Erwartung fortschreitender Urbanisierung, weit außerhalb der Stadt errichtet wurde. Für 74 Ringgit, das sind keine 18 Euro, fahre ich nach China Town und beziehe im Hotel China Town Inn Quartier. Das Haus liegt direkt an der Jalan Petaling, dem quirligen Zentrum von China Town, das später am Tage für Autos gesperrt wird, damit auch die Straße mit Buden ausgefüllt werden kann. Zum Glück hat mein Zimmer kein Fenster und ich werde trotz des Trubels nachts meine Ruhe finden. Der Müdigkeit zum Trotz begebe ich mich auf einen ersten Erkundungsspaziergang durch die Stadt. Ich besichtige den Merdeka Square mit dem Sultan Abdul Samad Building und die Moschee Masjid Jamek. Zum Mittagessen lasse ich mich jedoch auf der Straße vor einer Garküche gegenüber meinem Hotel nieder. Der Teller wird mir zur Hälfte mit Reis gefüllt. Den Rest fülle ich mit teilweise unbekannten Leckereien vom Buffet. Das Ganze kostet mich sechs Ringgit, was etwa 1,50 Euro entspricht. Diese Art der Verpflegung ist nicht nur gut, billig und authentisch, sondern auch sehr kommunikativ. Ich leiste einem jungen Mann Gesellschaft bei seiner Mittagspause. Er befindet sich auf Jobsuche, nachdem er sich die letzten sieben Jahre als Tennislehrer in Australien verdingt und nun seinen Eltern zuliebe zurückgekehrt ist. Die Müdigkeit übermannt mich langsam und ich kämpfe mit einer Dusche dagegen an. Am späten Nachmittag gehe ich zum größten Markt der Stadt, dem „Central Market“, der aber eher ein Shopping Center, als ein orientalischer Markt ist. Sauber, geordnet und geruchsneutral. Völlig unasiatisch.

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