Mittwoch, 28. April 2010

Hoch hinaus






KUALA LUMPUR: Zum Frühstück kaufe ich mich mit 15 Ringgit im Hotel „Swiss Inn“ in der Petaling Street ein. Von Jetlag keine Spur. Anschließend fahre ich mit der „KL Rapid“, der U-Bahn von Kuala Lumpur zur Station KLCC, was für Kuala Lumpur City Centre steht. Die Bahn ist um diese Zeit so voll, wie man es von einer asiatischen Zwei-Millionen-Metropole erwartet. Die Leute sind dabei aber irgendwie entspannter, als in einer halb so vollen U-Bahn in Berlin. Oder es kommt mir nur so vor, weil ich entspannter bin. KLCC liegt am Fuße der Petronas Towers, dem Wahrzeichen der Stadt und einem der höchsten Gebäude der Welt. Eine Aussichtsplattform hat Petronas in seinem Hauptquartier leider vergessen. Eventuell lässt sich mit Öl doch mehr Geld verdienen, als mit Touristen. Die schwäbischen Limousinen vor dem Eingang lassen das vermuten. Aber ich starte zu einem Morgenspaziergang im benachbarten Park. Dieser bietet einen Rundkurs, an dem sechs „Foto Spots“, Punkte mit besonders reizvollem Fotomotiv, gekennzeichnet sind. Die Punkte unterscheiden sich allerdings nicht im Motiv, sondern nur im Winkel, in dem man die Petronas Towers ablichten kann. Zu Fuß mache ich mich auf den Weg zum Kuala Lumpur Tower, dem viertgrößten seiner Art weltweit und mit 421 Metern Länge 53 Meter höher, als mein Berliner Fernsehturm, der es aber als weltweite Nummer acht wenigstens in die Galerie geschafft hat. Die Stadt ist von oben überschaubar, soweit das der Smog zulässt. Lange halte ich mich jedoch nicht auf und nehme noch den freien Eintritt in die „Animal Zone“, einem kleinen Zoo am Fuße des Turmes wahr. Auch Ponyreiten wäre inklusive, aber das tue ich den Tieren nicht an, zumal meine Beine ohnehin auf dem Boden schleifen würden. Eine kleine Verschnaufpause gönne ich mir im „Beach Bar Café“ in der Jalan P. Ramlee, einem der angesagtesten Orte zum Entspannen und Feiern in Kuala Lumpur. Anschließend laufe ich die „Jalan Sultan Ismail“ und den „Bintang Walk“, die Partymeilen der Stadt, entlang. Ich bin um diese Zeit allerdings weniger auf der Suche nach Amüsement, sondern nach ein paar Erinnerungsstücken, da mein Aufenthalt in Malaysia nur kurz sein wird. Ich habe es bisher auf meiner Reise durchgezogen, mir aus jedem Land mindestens ein T-Shirt oder Sporttrikot als Andenken mitzunehmen. Das ist hier nicht leicht, denn die T-Shirts sind in unendlicher Hässlichkeit vereint. Als Grundfarbe hat man die Wahl zwischen schwarz, weiß und pink. Der Aufdruck ist mit den Petronas Towers und dem überdimensionalen Schriftzug „Kuala Lumpur“ gesetzt. Die Farbe des Aufdrucks kann man wiederum wählen. Zwischen gold und silber. Da ich mich ja bevorzugt in blaues Wildleder kleide, komme ich mit keinem der Souvenirhändler ins Geschäft, die mir daraufhin freundlicherweise Uhren, Sonnenbrillen und Mützen anbieten. Die Auswahl an Fußballtrikots ist groß. Sie reicht von Manchester United bis zu den Sportfreunden Siegen. In einem Geschäft entdecke ich endlich ein malaysisches Trikot und bin vor lauter Verzweiflung kurz davor zuzuschlagen. Da aber die Asiaten gern kurz wachsen, scheitert das Geschäft an meinem breiten Kreuz. Auf dem Bintang Walk, der Amüsiermeile der Stadt, finde ich dann doch ein ganz ansehnliches Polo-Trikot, dem ich für 30 Ringgit ein neues zu Hause gebe. Nachmittags überkommt mich dann doch die Müdigkeit. Um dagegen anzukämpfen, laufe ich noch ein wenig in China Town umher. In der Petaling Street ist jetzt kaum noch ein Durchkommen möglich.

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