Donnerstag, 11. März 2010

Die Currywurst von La Paz






















LA PAZ: Wir setzen unsere gestern abgebrochene Wanderung fort und schlendern über einen Steg, der sich durch den Parque Urbano Central schlängelt. Das Wetter hält diesmal durch und wir kehren zum Verschnaufen ins Café Berlin in der Loayza ein, das liebevoll mit Berlin-Accessoires und Bildern ausgestattet ist und auf der Speisekarte immerhin Bock- und Currywurst zu bieten hat. Trotzdem vertrauen wir der hiesigen Currywurst nicht so recht und entscheiden uns für ein Stück Apfelkuchen und einen Eiskaffee. Wir schlendern weiter ziellos durch die Straßen und haben eine seltene Begegnung mit traurigem Hintergrund. Auf der Straße bieten Schreibmaschinenschreiber ihre Dienste für Analphabeten an, die dringende Post zu verschicken haben. In der Straße hält ein Auto neben uns und bietet uns an, uns mitzunehmen. Es ist unser Hotelchef, der Berlin-Fan. Wir lehnen dankend ab, denn wir sind ja froh, etwas länger beschäftigt zu sein. Anschließend schlendern wir über den größten Markt der Stadt. Nicht gerade ein Vergnügen, denn ein Hauch von Urin liegt in der Luft. Aber wir nutzen die Gelegenheit, ein paar Menschen zu fotografieren, was diese im Allgemeinen nicht so mögen, wie uns zwei auf dem Boden sitzende Händlerinnen unmissverständlich zu verstehen geben. Unsere Kauflust wird hier nicht geweckt. Lediglich die Konfettigeschäfte erregen unsere Aufmerksamkeit. In riesigen Säcken werden Konfetti, sortiert nach Farben, angeboten. Entweder wurde der Karnevalsbedarf überschätzt oder man feiert eben einfach gern in La Paz. Unseren hoffentlich letzten Abend in der Stadt verbringen wir noch einmal bei einem Steak im Angelo Colonial, bevor wir unsere Rucksäcke packen und darauf hoffen, morgen wirklich die Stadt verlassen zu können. Vorher begleichen wir noch unsere Hotelrechnung, was uns einiges an Überredungskunst kostet, da die Jungs von dem vereinbarten Preis von 120 Bolivianos pro Nacht nichts mehr wissen wollen und stattdessen 180 verlangen. Zum Glück ist unser Freund, der Hotelchef gerade da und entscheidet nach etwas Murren, dass wir Recht haben.

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