LA PAZ: Wir testen diesmal zum Frühstück das „Banais“ in der Sagarnaga, das ein ordentliches Buffet mit Müsli, Rührei und frischem Obst für 25 Bolivianos anbietet. Zurück im Hotel wollen wir an unsere Sachen im Safe und erhalten, wie immer, die Antwort „twenty Minutes“. Diese Antwort bekommen wir immer mit dem Hinweis, dass nur der Hotelchef an den Safe käme, der uns als großer Berlin-Fan übrigens längst ins Herz geschlossen hat. Die „Gibt`s nich – ham wa nich – Mentalität“ ist hier weit verbreitet. Meistens stellt sich später heraus, dass es natürlich möglich gewesen wäre mit ein wenig gutem Willen. Wir wissen es inzwischen einzuordnen, aber der Phlegmatismus im bolivianischen Dienstleistungsgewerbe bringt uns schon manchmal um die Ruhe, die wir uns inzwischen angeeignet haben. Auch, dass unser Versuch, mit einem Hundert-Bolivianos-Schein zu zahlen grundsätzlich erstmal mit „No Change“ erwidert wird, wissen wir inzwischen zu verstehen. Natürlich kann das Hotel wechseln, wenn man nur etwas hartnäckig bleibt, und so kommen wir doch noch zu unserer frischen Wäsche. Den Safe werden wir aber vorsichtshalber morgen schon ausräumen, denn am Freitag wollen wir ja weiter gen Süden ziehen und da wollen wir nicht auf das Wohlwollen des Rezeptionisten angewiesen sein. Wir machen uns auf einen längeren Spaziergang in den Osten der Stadt auf. Unser Ziel ist die Calle Gutierrez, Ecke Avenida 20 de Octubre, wo wir in der „Kuchenstube“ ein wenig Heimatgefühle aufkommen lassen wollen. Bevor wir uns dort niederlassen, gehen wir jedoch noch zu HIPERMAXI, den benachbarten Supermarkt. Ja, ein richtiger Supermarkt. Der erste, den wir in La Paz entdecken. Wir können dem Apfelmus nach Thüringer Art widerstehen und wagen mit dem Erwerb von Kinoto und Pacay erneut einige Experimente in der Obstabteilung. Die Früchte sind sehr gewöhnungsbedürftig, wobei wir empfehlen können, sich nicht daran zu gewöhnen. Die „Kaffestube“ ist gut besucht und wir gönnen uns ein Päuschen bei einem Stück Apfelkuchen und einer „Copa Kaffee Stube“, einem Eisbecher. Der Himmel über La Paz war bis jetzt strahlend blau, was sich nach der Fortsetzung unserer Erkundungstour schlagartig ändert. Wir suchen Schutz vor dem einsetzenden Regen in einer Bushaltestelle und beschließen schließlich, ein Taxi zurück ins Hotel zu nehmen. Dafür bezahlen wir die fast standardisierten 10 Bolivianos, also knapp einen Euro. Bei den hiesigen Taxis kann man sich übrigens vor allem auf die Armaturabdeckung mit der typenunabhängigen Aufschrift TOYOTA verlassen, die hier wohl serienmäßig mit ausgeliefert wird. Unseren Stadtspaziergang wollen wir morgen an dieser Stelle fortsetzen, denn das ist unser letzter Tag in La Paz. Nach dem unfreiwillig langen Aufenthalt in dieser Stadt geht uns langsam die Kreativität aus, die Zeit hier sinnvoll zu verbringen. Aber ab Freitag gewinnt unsere Reise wieder an Tempo. Am Abend sind wir wieder in der Calle Linares und probieren diesmal das „Colonial Pot“ aus, das in Sandras Reiseführer ausdrücklich empfohlen wurde. Die Einrichtung ist rustikal und durchaus ansprechend, wenn auch zuweilen etwas pornographisch, wenn man mal genauer hinsieht. Wir sind die einzigen Gäste, was uns etwas zu denken gibt, und entscheiden uns für ein Dreigängemenü für 30 Bolivianos bestehend aus einer Suppe, einem Pfeffersteak und einer flambierten Banane. Der Junge, der unsere Bestellung entgegennehmen soll, ist damit etwas überfordert und ruft seinen Kollegen zur Hilfe. Nach längerem hin und her entsprechen die Notizen des Kollegen unserem Wunsch. Während bei der Suppe noch alles glatt lief, fällt beim Hauptgang auf, dass unsere beiden Essen zwar auf den gleichen Namen hören, aber ansonsten wenig Ähnlichkeit aufweisen. Wir nehmen ihn trotzdem an und als wir damit fertig sind, fragt der Junge, ob er nun die Mousse au Chocolat servieren könne. Wir erinnern ihn an unsere Bestellung zweier flambierter Bananen, die dann auch fehlerfrei serviert werden. Das „Colonial Pot“ macht einen guten ersten Eindruck, der jedoch schnell getrübt wird. Und so ganz allein fühlt man sich eben auch nicht recht wohl.
Mittwoch, 10. März 2010
Besuch in der Kuchenstube
LA PAZ: Wir testen diesmal zum Frühstück das „Banais“ in der Sagarnaga, das ein ordentliches Buffet mit Müsli, Rührei und frischem Obst für 25 Bolivianos anbietet. Zurück im Hotel wollen wir an unsere Sachen im Safe und erhalten, wie immer, die Antwort „twenty Minutes“. Diese Antwort bekommen wir immer mit dem Hinweis, dass nur der Hotelchef an den Safe käme, der uns als großer Berlin-Fan übrigens längst ins Herz geschlossen hat. Die „Gibt`s nich – ham wa nich – Mentalität“ ist hier weit verbreitet. Meistens stellt sich später heraus, dass es natürlich möglich gewesen wäre mit ein wenig gutem Willen. Wir wissen es inzwischen einzuordnen, aber der Phlegmatismus im bolivianischen Dienstleistungsgewerbe bringt uns schon manchmal um die Ruhe, die wir uns inzwischen angeeignet haben. Auch, dass unser Versuch, mit einem Hundert-Bolivianos-Schein zu zahlen grundsätzlich erstmal mit „No Change“ erwidert wird, wissen wir inzwischen zu verstehen. Natürlich kann das Hotel wechseln, wenn man nur etwas hartnäckig bleibt, und so kommen wir doch noch zu unserer frischen Wäsche. Den Safe werden wir aber vorsichtshalber morgen schon ausräumen, denn am Freitag wollen wir ja weiter gen Süden ziehen und da wollen wir nicht auf das Wohlwollen des Rezeptionisten angewiesen sein. Wir machen uns auf einen längeren Spaziergang in den Osten der Stadt auf. Unser Ziel ist die Calle Gutierrez, Ecke Avenida 20 de Octubre, wo wir in der „Kuchenstube“ ein wenig Heimatgefühle aufkommen lassen wollen. Bevor wir uns dort niederlassen, gehen wir jedoch noch zu HIPERMAXI, den benachbarten Supermarkt. Ja, ein richtiger Supermarkt. Der erste, den wir in La Paz entdecken. Wir können dem Apfelmus nach Thüringer Art widerstehen und wagen mit dem Erwerb von Kinoto und Pacay erneut einige Experimente in der Obstabteilung. Die Früchte sind sehr gewöhnungsbedürftig, wobei wir empfehlen können, sich nicht daran zu gewöhnen. Die „Kaffestube“ ist gut besucht und wir gönnen uns ein Päuschen bei einem Stück Apfelkuchen und einer „Copa Kaffee Stube“, einem Eisbecher. Der Himmel über La Paz war bis jetzt strahlend blau, was sich nach der Fortsetzung unserer Erkundungstour schlagartig ändert. Wir suchen Schutz vor dem einsetzenden Regen in einer Bushaltestelle und beschließen schließlich, ein Taxi zurück ins Hotel zu nehmen. Dafür bezahlen wir die fast standardisierten 10 Bolivianos, also knapp einen Euro. Bei den hiesigen Taxis kann man sich übrigens vor allem auf die Armaturabdeckung mit der typenunabhängigen Aufschrift TOYOTA verlassen, die hier wohl serienmäßig mit ausgeliefert wird. Unseren Stadtspaziergang wollen wir morgen an dieser Stelle fortsetzen, denn das ist unser letzter Tag in La Paz. Nach dem unfreiwillig langen Aufenthalt in dieser Stadt geht uns langsam die Kreativität aus, die Zeit hier sinnvoll zu verbringen. Aber ab Freitag gewinnt unsere Reise wieder an Tempo. Am Abend sind wir wieder in der Calle Linares und probieren diesmal das „Colonial Pot“ aus, das in Sandras Reiseführer ausdrücklich empfohlen wurde. Die Einrichtung ist rustikal und durchaus ansprechend, wenn auch zuweilen etwas pornographisch, wenn man mal genauer hinsieht. Wir sind die einzigen Gäste, was uns etwas zu denken gibt, und entscheiden uns für ein Dreigängemenü für 30 Bolivianos bestehend aus einer Suppe, einem Pfeffersteak und einer flambierten Banane. Der Junge, der unsere Bestellung entgegennehmen soll, ist damit etwas überfordert und ruft seinen Kollegen zur Hilfe. Nach längerem hin und her entsprechen die Notizen des Kollegen unserem Wunsch. Während bei der Suppe noch alles glatt lief, fällt beim Hauptgang auf, dass unsere beiden Essen zwar auf den gleichen Namen hören, aber ansonsten wenig Ähnlichkeit aufweisen. Wir nehmen ihn trotzdem an und als wir damit fertig sind, fragt der Junge, ob er nun die Mousse au Chocolat servieren könne. Wir erinnern ihn an unsere Bestellung zweier flambierter Bananen, die dann auch fehlerfrei serviert werden. Das „Colonial Pot“ macht einen guten ersten Eindruck, der jedoch schnell getrübt wird. Und so ganz allein fühlt man sich eben auch nicht recht wohl.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen