Freitag, 21. Mai 2010

Zu Fuß über die Brücke















SAN FRANCISCO: Zum Frühstück begebe ich mich auf die Suche nach einem der typischen Frühstückscafés, in denen sich die Amerikaner üblicherweise den Tag einläuten. Im "Pinecrest Diner" in der Mason Street finde ich keinen Platz mehr, werde aber auf der gegenüberliegenden Straßenseite fündig. Als ich mich niedergelassen habe, stelle ich fest, dass ich mich wieder in einem "Lori's Diner" befinde. Es handelt sich also offenbar um eine Kette. Die Durchlaufgeschwindigkeit wird hoch gehalten, was mir Recht ist, schließlich habe ich noch einiges vor. Auf der Rechnung finden sich beispielhafte Berechnungen wieder, wieviel ein Trinkgeld von 15 bzw. 20 Prozent wäre. Ich habe den Hinweis verstanden und starte anschließend mal wieder zu einem Gewaltmarsch. Mein erstes Ziel ist die Lombard Street und hier speziell der "Crookedest Street" genannte Teil. Das sind die engen Serpentinen, eines der bekanntesten Motive der Stadt. Weiter zum Presidio, einem ehemaligen Militärstützpunkt am Fuße der "Golden Gate Bridge", der heute ein Park ist, aber noch einen großen Militärfriedhof beherbergt. Zu Fuß laufe ich bis zur Mitte der Golden Gate Bridge. Die rote Farbe wurde hier wirklich konsequent, bis zu den Laternen, durchgezogen. Nur die blauen Krisentelefone, die potenzielle Selbstmörder umstimmen sollen, heben sich davon etwas ab. Auf der Brücke winkt mir eine Frau freundlich zu und grüßt mich im Vorbeigehen. Es ist nicht das übliche "Hihowareyoudoing", was man hier auch mal einem Fremden gern zuwirft. Sie scheint mich mit irgend jemandem zu verwechseln, denn ich wüßte nicht, wo ich sie schon gesehen haben könnte. Etwas frische Seeluft schnappe ich am Baker Beach und im Golden Gaten Park. Der Tag ist schon alt und die Beine werden langsam schwer. Also entscheide ich mich für die Strassenbahn und die U-Bahn, um zur "Powell Street Station" zu gelangen, von der aus ich ins Hotel laufen kann. Eine Stärkung erhalte ich in Tad's Steakhouse. Auch, wenn mit mir nur zwei Gäste hier sitzen, lassen es sich die Betreiber nicht nehmen, mir einen Pager auf mein Tablett zu legen. Wenn der anfängt zu blinken und zu vibrieren, kann ich mein Essen abholen. Die Entfernung zwischen Sender und Empfänger beträgt etwa fünf Meter und hätte sich auch auf traditionelle Weise überbrücken lassen. Aber, warum damit hinter`m Berg halten, wenn man so modern ausgestattet ist.

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