RURRENABAQUE: Um 8 Uhr sticht die „Dolphin VII“ mit uns an Bord in See. Wir wollen heute Piranhas angeln. Leider setzt in diesem Augenblick mal wieder Regen ein, der das Unterfangen nicht nur unangenehm für uns macht, sondern auch die Beißlust der Piranhas gegen Null streben lässt. Kurzum, wir bekommen keinen der eigentlich so gefräßigen Fische an die Angel und somit auch nicht zu Gesicht und kehren einigermaßen durchnässt zur Lodge zurück, wo wir heute schon um elf Uhr zu Mittag essen, um uns anschließend auf den langen Rückweg nach Rurrenabaque zu machen. Der Regen prasselt immer heftiger auf das Wellblechdach und wir machen es uns in den Hängematten bequem. Erik kündigt noch an, aufzubrechen, wenn es aufgehört hat zu regnen, doch eine halbe Stunde später wird er unruhig und bläst zum Abmarsch, auch wenn der Regen kein bisschen nachgelassen hat. Hermetisch in unsere Jacken gewickelt kann keine Rede davon sein, dass wir die Fahrt genießen. Auf einmal steuert Erik unseren Kahn mit voller Fahrt in die Uferböschung, so dass das bolivianische Fähnchen am Bug abbricht. Uns passiert dabei nichts, aber es bedarf einiger Anstrengung, uns von dem Busch zu lösen. Unsere Vermutung, Erik sei am Ruder eingeschlafen, entkräftet er, als er uns ein paar Meter rückwärts den Grund seines gewagten und etwas missglückten Manövers zeigt. Am Ufer hat sich eine Capibara-Familie versammelt. Die putzigen Tiere sehen aus wie Meerschweinchen, sind aber so groß wie normale Hausschweine. Wir sind zwar bis auf die Haut durchnässt, aber diese Entdeckung entschädigt uns dafür und ist ein gelungener Abschied von der Pampa. Nach dem Anlegen sehen wir, dass der blaue ISUZU ist wieder fit ist. Er wird aber nicht lange blau bleiben, denn die tiefen Pfützen tauchen ihn schnell in ein deckendes rotbraun. Die Scheibenwischer funktionieren, nicht aber die Wasserdüsen, so dass unserem Fahrer nichts anderes einfällt, als an einer Pfütze zu halten und das rote Wasser mit den Händen auf die Windschutzscheibe zu schaufeln, was vorläufig durchaus für Durchblick sorgt. Es regnet nicht mehr und wir haben die Hoffnung, dass unser Flug morgen früh um 8:50 Uhr pünktlich nach La Paz abhebt. Diese wird im Büro von Amaszonas Airlines zerstört. Heute ging nur der erste Flug von Rurrenabaque und seitdem keiner mehr. Morgen stellt man uns Plätze im 18-Uhr-Flieger in Aussicht. Die neuesten Informationen sollen wir uns früh um 8:30 Uhr abholen. Vor dem Abendessen im Luna`s schauen wir noch einmal im Internet-Café vorbei, um unter anderem zu erfahren, dass die Flüge von La Paz nach Santiago wieder aufgenommen wurden, nun aber natürlich heiß begehrt sind, da wir nicht die einzigen Gestrandeten sind. Die Dame vom LAN-Büro in La Paz hat sich zwar nicht gemeldet, zum Glück aber Micha von STA Travel in Berlin, bei dem wir die Flüge gebucht hatten. Aufgrund der enormen Nachfrage kommen wir nun allerdings erst am Freitag nach Santiago. Das bedeutet ganze 17 Stunden brutto in Chile statt der geplanten zwei Wochen. Aber wir wollen schnellstmöglich auf unsere Route zurückfinden und keine unnötigen Stornierungen oder Umbuchungen vornehmen. Und für Samstag haben wir nun mal den nächsten Flug gebucht. Nun ja, es gibt sicherlich auch reizvollere Ziele, als ein erdbebenerschüttertes Land. Es macht ja auch Sinn, sich nicht alle Träume auf einmal zu erfüllen.
Freitag, 5. März 2010
Rückkehr nach Rurre
RURRENABAQUE: Um 8 Uhr sticht die „Dolphin VII“ mit uns an Bord in See. Wir wollen heute Piranhas angeln. Leider setzt in diesem Augenblick mal wieder Regen ein, der das Unterfangen nicht nur unangenehm für uns macht, sondern auch die Beißlust der Piranhas gegen Null streben lässt. Kurzum, wir bekommen keinen der eigentlich so gefräßigen Fische an die Angel und somit auch nicht zu Gesicht und kehren einigermaßen durchnässt zur Lodge zurück, wo wir heute schon um elf Uhr zu Mittag essen, um uns anschließend auf den langen Rückweg nach Rurrenabaque zu machen. Der Regen prasselt immer heftiger auf das Wellblechdach und wir machen es uns in den Hängematten bequem. Erik kündigt noch an, aufzubrechen, wenn es aufgehört hat zu regnen, doch eine halbe Stunde später wird er unruhig und bläst zum Abmarsch, auch wenn der Regen kein bisschen nachgelassen hat. Hermetisch in unsere Jacken gewickelt kann keine Rede davon sein, dass wir die Fahrt genießen. Auf einmal steuert Erik unseren Kahn mit voller Fahrt in die Uferböschung, so dass das bolivianische Fähnchen am Bug abbricht. Uns passiert dabei nichts, aber es bedarf einiger Anstrengung, uns von dem Busch zu lösen. Unsere Vermutung, Erik sei am Ruder eingeschlafen, entkräftet er, als er uns ein paar Meter rückwärts den Grund seines gewagten und etwas missglückten Manövers zeigt. Am Ufer hat sich eine Capibara-Familie versammelt. Die putzigen Tiere sehen aus wie Meerschweinchen, sind aber so groß wie normale Hausschweine. Wir sind zwar bis auf die Haut durchnässt, aber diese Entdeckung entschädigt uns dafür und ist ein gelungener Abschied von der Pampa. Nach dem Anlegen sehen wir, dass der blaue ISUZU ist wieder fit ist. Er wird aber nicht lange blau bleiben, denn die tiefen Pfützen tauchen ihn schnell in ein deckendes rotbraun. Die Scheibenwischer funktionieren, nicht aber die Wasserdüsen, so dass unserem Fahrer nichts anderes einfällt, als an einer Pfütze zu halten und das rote Wasser mit den Händen auf die Windschutzscheibe zu schaufeln, was vorläufig durchaus für Durchblick sorgt. Es regnet nicht mehr und wir haben die Hoffnung, dass unser Flug morgen früh um 8:50 Uhr pünktlich nach La Paz abhebt. Diese wird im Büro von Amaszonas Airlines zerstört. Heute ging nur der erste Flug von Rurrenabaque und seitdem keiner mehr. Morgen stellt man uns Plätze im 18-Uhr-Flieger in Aussicht. Die neuesten Informationen sollen wir uns früh um 8:30 Uhr abholen. Vor dem Abendessen im Luna`s schauen wir noch einmal im Internet-Café vorbei, um unter anderem zu erfahren, dass die Flüge von La Paz nach Santiago wieder aufgenommen wurden, nun aber natürlich heiß begehrt sind, da wir nicht die einzigen Gestrandeten sind. Die Dame vom LAN-Büro in La Paz hat sich zwar nicht gemeldet, zum Glück aber Micha von STA Travel in Berlin, bei dem wir die Flüge gebucht hatten. Aufgrund der enormen Nachfrage kommen wir nun allerdings erst am Freitag nach Santiago. Das bedeutet ganze 17 Stunden brutto in Chile statt der geplanten zwei Wochen. Aber wir wollen schnellstmöglich auf unsere Route zurückfinden und keine unnötigen Stornierungen oder Umbuchungen vornehmen. Und für Samstag haben wir nun mal den nächsten Flug gebucht. Nun ja, es gibt sicherlich auch reizvollere Ziele, als ein erdbebenerschüttertes Land. Es macht ja auch Sinn, sich nicht alle Träume auf einmal zu erfüllen.
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