RURRENABAQUE: Wir finden unsere Verschwörungstheorie vom Vortag bestätigt. Der Busfahrerstreik beginnt um Mitternacht. Die Reiseagentin empfiehlt uns, noch abends nach Uyuni aufzubrechen. Auf mehrfache Nachfrage unsererseits erkennt auch sie, dass uns dann möglicherweise der Rückweg abgeschnitten ist. Als wäre das alles noch nicht genug, werden die Züge von Oruru nach Uyuni wegen überlaufender Flüsse über Potosi umgeleitet und in Uyuni gab es einen großen Rohrbruch, so dass alle Hotels kein Wasser haben. Wir ändern kurzerhand unseren Plan und reservieren Tickets für kommenden Sonntag. Wir kämen dann am Dienstagmittag zurück und könnten am Mittwoch um 10 Uhr nach Santiago fliegen. Als wir das der Agentin eröffnen, sagt sie uns, dass diese Zeit zu knapp wäre, da Busse und Züge gern auch mal mit einem Tag Verspätung ankommen. Vorher sprach sie noch von ein bis zwei Stunden. Ohnehin wirken hier sämtliche Reiseagenten etwas phlegmatisch und überrascht von unseren Anliegen. Entweder sind sie Teil der Verschwörung oder Opfer der dünnen Luft. Wir planen also den Flug nach Santiago für den 11.03.2010 und gehen zu der Agentur gegenüber unserem Hotel, um über einen Ausflug in den Amazonasdschungel zu reden. Auch hier begrüßt man uns mit der gleichen Kompetenz. Leider ist Ana nicht da und die dort hingesetzte Dame und der Junge sehen voller Bewunderung zum ersten mal ein Flugticket. Wir beschließen spontan, La Paz noch heute zu verlassen und nach Rurrenabaque, kurz Rurre, in den bolivianischen Amazonasdschungel zu fliegen. Das Wetter scheint günstig, denn bei Regen kann auf der Sandpiste von Rurre nicht gelandet werden. Die einzige Alternative wäre dann eine 18-stündige Busfahrt, die uns natürlich noch auf der Rücktour drohen kann. Die Dame telefoniert eifrig und sagt, wir mögen um halb eins wieder kommen, dann habe sie unsere Tickets, die ursprünglich auf den Samstag datiert waren, entsprechend ändern lassen. Wir packen unsere nötigsten Sachen für vier Tage Regenwald zusammen und übergeben den großen Rest unseres Gepäcks dem Hotel Sagarnaga, begleichen unsere Rechnung und kündigen unsere Rückkehr für Samstag an. Pünktlich halb eins sind wir wieder im Büro, die Dame vom Vormittag jedoch nicht. Sie ward nicht mehr gesehen und katapultiert sich damit in meiner persönlichen Hassliste auf Platz 2. Noch vor dem Dänen aus dem Loki Backpackers, der mich fragte, ob der Kerl da am Billardtisch mein Sohn sei. Aber immer noch hinter der Dame aus dem Internetcafé, die mir ein Computerverbot auferlegt hat, weil sie der Meinung ist, USB-Sticks würden Computer kaputt machen. Der Junge steht etwas im Wald und telefoniert Ana herbei. Sie bittet mich am Telefon, doch um halb fünf wieder zu kommen. Ich mache ihr klar, dass wir unsere Reservierung heute Vormittag geändert haben und um vier am Flughafen sein müssen. Etwas genervt legt sie auf uns erscheint wenig später im Büro. Nach einigem hin und her statten wir sie mit 200 Bolivianos aus, mit denen sie sich nun auf den Weg zur Fluggesellschaft Amaszonas macht, um unsere Tickets ändern zu lassen und wir verabreden uns für 14 Uhr. Der Junge stellt uns eine Quittung über 120 Bolivianos aus und gibt uns, um die Quittung korrekt zu machen, 80 Bolivianos. Die Zeit nutzen wir, um wieder zu der anderen Agentur zu gehen und dort unseren Bus-und-Bahn-Trip nach Uyuni fest zu machen. Nach einem deftigen Sandwich im Bioladen kehren wir zu Ana zurück, die zu unserer großen Freude alles regeln konnte und steigen direkt ins Taxi zum Flughafen. Dieses quält sich auf 4000 m Höhe, wo wir glücklich, die Stadt doch schon heute verlassen zu können, einchecken und wenig später in der Fairchild-Maschine der Amaszonas Airline sitzen. Ich sitze in der drittletzten Reihe und bin umringt von hebräisch gackernden Hühnern. Die lassen mich zwar nicht an Schlaf denken, übertönen jedoch die diversen Alarmsignale, die aus dem Cockpit dringen. Sandra bekommt davon in der ersten Reihe schon mehr mit. Wir überfliegen spektakuläre Landschaften und landen in einer Staubwolke auf dem Flughafen von Rurrenabaque. Von dort aus geht es weiter im Minibus ins Oriental Hotel. Die Luftfeuchtigkeit, der Geruch von nassem Sand und die Geräuschkulisse verraten uns, wir sind im Regenwald angekommen. Rurre ist ein Regenwaldörtchen wie aus dem Bilderbuch. Nach einem kurzen Besuch des Beni Rivers, eines Seitenarms des Amazonas, lösen wir in der „Moskito Jungle Bar“ ein paar unserer Gutscheine ein, die wir von der Airline bekommen haben und genießen in den Hängematten unseres Hotels ein wenig die Ruhe, bevor wir uns in unserem hellblauen Zimmerchen unter dem Riesenventilator zur Ruhe betten.
Dienstag, 2. März 2010
Flucht aus La Paz
RURRENABAQUE: Wir finden unsere Verschwörungstheorie vom Vortag bestätigt. Der Busfahrerstreik beginnt um Mitternacht. Die Reiseagentin empfiehlt uns, noch abends nach Uyuni aufzubrechen. Auf mehrfache Nachfrage unsererseits erkennt auch sie, dass uns dann möglicherweise der Rückweg abgeschnitten ist. Als wäre das alles noch nicht genug, werden die Züge von Oruru nach Uyuni wegen überlaufender Flüsse über Potosi umgeleitet und in Uyuni gab es einen großen Rohrbruch, so dass alle Hotels kein Wasser haben. Wir ändern kurzerhand unseren Plan und reservieren Tickets für kommenden Sonntag. Wir kämen dann am Dienstagmittag zurück und könnten am Mittwoch um 10 Uhr nach Santiago fliegen. Als wir das der Agentin eröffnen, sagt sie uns, dass diese Zeit zu knapp wäre, da Busse und Züge gern auch mal mit einem Tag Verspätung ankommen. Vorher sprach sie noch von ein bis zwei Stunden. Ohnehin wirken hier sämtliche Reiseagenten etwas phlegmatisch und überrascht von unseren Anliegen. Entweder sind sie Teil der Verschwörung oder Opfer der dünnen Luft. Wir planen also den Flug nach Santiago für den 11.03.2010 und gehen zu der Agentur gegenüber unserem Hotel, um über einen Ausflug in den Amazonasdschungel zu reden. Auch hier begrüßt man uns mit der gleichen Kompetenz. Leider ist Ana nicht da und die dort hingesetzte Dame und der Junge sehen voller Bewunderung zum ersten mal ein Flugticket. Wir beschließen spontan, La Paz noch heute zu verlassen und nach Rurrenabaque, kurz Rurre, in den bolivianischen Amazonasdschungel zu fliegen. Das Wetter scheint günstig, denn bei Regen kann auf der Sandpiste von Rurre nicht gelandet werden. Die einzige Alternative wäre dann eine 18-stündige Busfahrt, die uns natürlich noch auf der Rücktour drohen kann. Die Dame telefoniert eifrig und sagt, wir mögen um halb eins wieder kommen, dann habe sie unsere Tickets, die ursprünglich auf den Samstag datiert waren, entsprechend ändern lassen. Wir packen unsere nötigsten Sachen für vier Tage Regenwald zusammen und übergeben den großen Rest unseres Gepäcks dem Hotel Sagarnaga, begleichen unsere Rechnung und kündigen unsere Rückkehr für Samstag an. Pünktlich halb eins sind wir wieder im Büro, die Dame vom Vormittag jedoch nicht. Sie ward nicht mehr gesehen und katapultiert sich damit in meiner persönlichen Hassliste auf Platz 2. Noch vor dem Dänen aus dem Loki Backpackers, der mich fragte, ob der Kerl da am Billardtisch mein Sohn sei. Aber immer noch hinter der Dame aus dem Internetcafé, die mir ein Computerverbot auferlegt hat, weil sie der Meinung ist, USB-Sticks würden Computer kaputt machen. Der Junge steht etwas im Wald und telefoniert Ana herbei. Sie bittet mich am Telefon, doch um halb fünf wieder zu kommen. Ich mache ihr klar, dass wir unsere Reservierung heute Vormittag geändert haben und um vier am Flughafen sein müssen. Etwas genervt legt sie auf uns erscheint wenig später im Büro. Nach einigem hin und her statten wir sie mit 200 Bolivianos aus, mit denen sie sich nun auf den Weg zur Fluggesellschaft Amaszonas macht, um unsere Tickets ändern zu lassen und wir verabreden uns für 14 Uhr. Der Junge stellt uns eine Quittung über 120 Bolivianos aus und gibt uns, um die Quittung korrekt zu machen, 80 Bolivianos. Die Zeit nutzen wir, um wieder zu der anderen Agentur zu gehen und dort unseren Bus-und-Bahn-Trip nach Uyuni fest zu machen. Nach einem deftigen Sandwich im Bioladen kehren wir zu Ana zurück, die zu unserer großen Freude alles regeln konnte und steigen direkt ins Taxi zum Flughafen. Dieses quält sich auf 4000 m Höhe, wo wir glücklich, die Stadt doch schon heute verlassen zu können, einchecken und wenig später in der Fairchild-Maschine der Amaszonas Airline sitzen. Ich sitze in der drittletzten Reihe und bin umringt von hebräisch gackernden Hühnern. Die lassen mich zwar nicht an Schlaf denken, übertönen jedoch die diversen Alarmsignale, die aus dem Cockpit dringen. Sandra bekommt davon in der ersten Reihe schon mehr mit. Wir überfliegen spektakuläre Landschaften und landen in einer Staubwolke auf dem Flughafen von Rurrenabaque. Von dort aus geht es weiter im Minibus ins Oriental Hotel. Die Luftfeuchtigkeit, der Geruch von nassem Sand und die Geräuschkulisse verraten uns, wir sind im Regenwald angekommen. Rurre ist ein Regenwaldörtchen wie aus dem Bilderbuch. Nach einem kurzen Besuch des Beni Rivers, eines Seitenarms des Amazonas, lösen wir in der „Moskito Jungle Bar“ ein paar unserer Gutscheine ein, die wir von der Airline bekommen haben und genießen in den Hängematten unseres Hotels ein wenig die Ruhe, bevor wir uns in unserem hellblauen Zimmerchen unter dem Riesenventilator zur Ruhe betten.
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