EL CHALTÉN: Als der Hahn kräht, sind wir schon seit drei Stunden wach. Das mag zum einen daran liegen, dass der Hahn ziemlich spät dran ist, zum anderen aber auch daran, dass uns der Wecker um sechs Uhr aus den Träumen gerissen hat. Wir haben nämlich beschlossen, den Sonnenaufgang am Mount Fitzroy zu beobachten. In Eiseskälte erklimmen wir einen Hügel und verharren, werden aber für diese Strapazen nicht recht belohnt. Einen spektakulären roten Sonnenaufgang bekommen wir leider nicht geboten. Auf dem Rückweg machen wir in einer kleinen Bäckerei halt, um unseren gestern erworbenen Proviant mit etwas Brot zu komplettieren. Ich habe heute Bergfest im doppelten Sinne. Im eigentlichen Sinne, denn hinter wie vor mir liegen 57 Tage meiner Reise, bevor ich mal wieder für anderthalb Monate nach Berlin zurück komme. Im doppelten Sinne aber auch, da wir heute mal wieder einen Gipfel zu erklimmen haben. Zwar sind wir nicht Bergsteiger genug, um den Mount Fitzroy zu besteigen, aber der Weg zu einem Bergsee unterhalb des Gipfels ist beschwerlich genug und kostet uns mit dem Rückweg zehn Stunden. Immer wieder bieten sich uns imposante Blicke auf den Riesenfelsen, denn das Wetter ist klar, die Sonne scheint und es bleibt trocken. Letzte Woche hat es hier noch geregnet. Nach all dem Pech auf dieser Reise scheint uns nun das Glück eingeholt zu haben. Unser Bergführer Luis zeigt uns die Stelle, an der die Bergsteiger ihr Biwak errichten, bevor sie den Gipfel stürmen, was er schon mehrmals getan hat. Jenny schaut ungläubig nach oben und fragt, ob die Kletterer denn ihren Proviant in Rucksäcken mitnehmen würden. Erstaunt („Really???“) nimmt sie zur Kenntnis, dass dem wohl so sei und es dort oben keine Einkaufsmöglichkeiten gäbe. Die letzte Stunde ist die härteste, denn es geht steil bergauf über Geröll und ohne den Schatten der Bäume, denn wir haben die Baumgrenze hinter uns gelassen. Aber wir schaffen es und werden mit einem weiteren fantastischen Ausblick belohnt. Wie auf Bestellung überfliegt uns ein Kondor mit seiten gewaltigen Schwingen in geringer Höhe. Deutlich später kommt Jenny auf dem Gipfel an. Aber sie hat sich tapfer durchgebissen und genießt dafür unseren größten Respekt. Zwei Minuten später allerdings teilt sie sich uns wieder ungefragt und ohne Punkt und Komma mit und wir sind ganz froh, dass wir auch den Rückweg in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bestreiten werden. Wir nutzen die Zeit zur Rast und für diverse Fotos. Am See finden wir eine Bergquelle, wo wir unsere Wasserflaschen auffüllen können. Der Rückweg hat es auch in sich, aber nach fast exakt zehn Stunden haben wir El Chaltén wieder erreicht. Ich decke mich noch mit Wasser für den nächsten Tag ein, während Sandra testet, ob das Internet im Café genauso langsam ist, wie im Hotel. Sie kann es nur bestätigen. Der Grund dafür ist angeblich, dass die Verbindung hierher nur über Satelliten besteht.
Montag, 29. März 2010
Doppeltes Bergfest
EL CHALTÉN: Als der Hahn kräht, sind wir schon seit drei Stunden wach. Das mag zum einen daran liegen, dass der Hahn ziemlich spät dran ist, zum anderen aber auch daran, dass uns der Wecker um sechs Uhr aus den Träumen gerissen hat. Wir haben nämlich beschlossen, den Sonnenaufgang am Mount Fitzroy zu beobachten. In Eiseskälte erklimmen wir einen Hügel und verharren, werden aber für diese Strapazen nicht recht belohnt. Einen spektakulären roten Sonnenaufgang bekommen wir leider nicht geboten. Auf dem Rückweg machen wir in einer kleinen Bäckerei halt, um unseren gestern erworbenen Proviant mit etwas Brot zu komplettieren. Ich habe heute Bergfest im doppelten Sinne. Im eigentlichen Sinne, denn hinter wie vor mir liegen 57 Tage meiner Reise, bevor ich mal wieder für anderthalb Monate nach Berlin zurück komme. Im doppelten Sinne aber auch, da wir heute mal wieder einen Gipfel zu erklimmen haben. Zwar sind wir nicht Bergsteiger genug, um den Mount Fitzroy zu besteigen, aber der Weg zu einem Bergsee unterhalb des Gipfels ist beschwerlich genug und kostet uns mit dem Rückweg zehn Stunden. Immer wieder bieten sich uns imposante Blicke auf den Riesenfelsen, denn das Wetter ist klar, die Sonne scheint und es bleibt trocken. Letzte Woche hat es hier noch geregnet. Nach all dem Pech auf dieser Reise scheint uns nun das Glück eingeholt zu haben. Unser Bergführer Luis zeigt uns die Stelle, an der die Bergsteiger ihr Biwak errichten, bevor sie den Gipfel stürmen, was er schon mehrmals getan hat. Jenny schaut ungläubig nach oben und fragt, ob die Kletterer denn ihren Proviant in Rucksäcken mitnehmen würden. Erstaunt („Really???“) nimmt sie zur Kenntnis, dass dem wohl so sei und es dort oben keine Einkaufsmöglichkeiten gäbe. Die letzte Stunde ist die härteste, denn es geht steil bergauf über Geröll und ohne den Schatten der Bäume, denn wir haben die Baumgrenze hinter uns gelassen. Aber wir schaffen es und werden mit einem weiteren fantastischen Ausblick belohnt. Wie auf Bestellung überfliegt uns ein Kondor mit seiten gewaltigen Schwingen in geringer Höhe. Deutlich später kommt Jenny auf dem Gipfel an. Aber sie hat sich tapfer durchgebissen und genießt dafür unseren größten Respekt. Zwei Minuten später allerdings teilt sie sich uns wieder ungefragt und ohne Punkt und Komma mit und wir sind ganz froh, dass wir auch den Rückweg in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bestreiten werden. Wir nutzen die Zeit zur Rast und für diverse Fotos. Am See finden wir eine Bergquelle, wo wir unsere Wasserflaschen auffüllen können. Der Rückweg hat es auch in sich, aber nach fast exakt zehn Stunden haben wir El Chaltén wieder erreicht. Ich decke mich noch mit Wasser für den nächsten Tag ein, während Sandra testet, ob das Internet im Café genauso langsam ist, wie im Hotel. Sie kann es nur bestätigen. Der Grund dafür ist angeblich, dass die Verbindung hierher nur über Satelliten besteht.
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