RIO DE JANEIRO: Um halb sechs weckt uns Sandras Handy, denn wir wollen heute den Sonnenaufgang über der Copacabana genießen. Zum Glück sind wir ja in fünf Minuten am Strand und müssen nicht noch früher raus. Wir genießen die Ruhe dieses Morgens und verfolgen einen einfahrenden Kreuzfahrtriesen. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus zur Station Corcovado, von wo aus eine Bahn mit zwei Wagen hoch zur berühmten Christusstatue fährt. Mit uns im Zug sitzen eine Horde russischer Frauen im besten Alter, die einen leichten Verwesungsgeruch verbreiten und eine hellblau uniformierte Reisegruppe, vermutlich Brasilianer. Wir lassen den Mob erst einmal abziehen und genießen etwas unterhalb der Statue den traumhaften Ausblick auf Häuser, Berge und Buchten. Dann wagen wir doch den Aufstieg, aber es ist nahezu unmöglich, ein Foto ohne fremde Touristen im Bild zu machen. Die riesige Christusstatue, die über die Stadt wacht, wird derzeit restauriert und ist deshalb eingerüstet. Glücklicherweise ist die Werbeplane am Gerüst dem Sturm vom Sonntagabend zum Opfer gefallen, so dass uns wenigstens ein vergitterter Blick auf das Wahrzeichen Rios gewährt wird. Sandra nimmt die Bahn zurück und kommt in den Genuss eines Gratiskonzerts einer Sambaband während ich es vorziehe, den Rückweg durch den Tijuca Forrest zu Fuß anzutreten, über den ein Adlerpaar seine Kreise zieht. Belohnt werde ich dafür mit der Bekanntschaft einiger kleiner und recht zutraulicher Affen. Ich setze die Wanderung fort zum Flamengo Beach, von wo aus man den besten Blick auf den Zuckerhut hat. Mit Sandra bin ich eigentlich auf dem Zimmer verabredet, aber instinktiv treffen wir uns im Internetcafé auf der anderen Straßenseite während es draußen zu regnen beginnt. Es regnet sich ein uns unser Bewegungsdrang kommt zum Erliegen. Als es scheinbar aufhört, machen wir uns noch einmal auf den Weg zu einem Kunst- und Souvenirmarkt auf dem Mittelstreifen der Strandpromenade, den wir bereits am ersten Abend in Rio abgeschritten sind. Der Regen setzt wieder ein, aber unseren Regenjacken kann das nichts anhaben, da sie im trockenen Hotelzimmer hängen. Ich interessiere mich für ein Bild und die Verhandlungsbereitschaft der Händler ist aufgrund des schlechten Wetters und der ausbleibenden Kundschaft grenzenlos. Aber der Gedanke, das Bild nur bis Ende Mai um die Welt zu tragen lässt mich zögern und ich schlage noch nicht zu. Wir gehen aber nicht mit leeren Händen, sondern mit einem Kühlschrankmagneten für Sandra und einem Flamengotrikot für mich.
Dienstag, 16. März 2010
Christus hinter Gittern
RIO DE JANEIRO: Um halb sechs weckt uns Sandras Handy, denn wir wollen heute den Sonnenaufgang über der Copacabana genießen. Zum Glück sind wir ja in fünf Minuten am Strand und müssen nicht noch früher raus. Wir genießen die Ruhe dieses Morgens und verfolgen einen einfahrenden Kreuzfahrtriesen. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Bus zur Station Corcovado, von wo aus eine Bahn mit zwei Wagen hoch zur berühmten Christusstatue fährt. Mit uns im Zug sitzen eine Horde russischer Frauen im besten Alter, die einen leichten Verwesungsgeruch verbreiten und eine hellblau uniformierte Reisegruppe, vermutlich Brasilianer. Wir lassen den Mob erst einmal abziehen und genießen etwas unterhalb der Statue den traumhaften Ausblick auf Häuser, Berge und Buchten. Dann wagen wir doch den Aufstieg, aber es ist nahezu unmöglich, ein Foto ohne fremde Touristen im Bild zu machen. Die riesige Christusstatue, die über die Stadt wacht, wird derzeit restauriert und ist deshalb eingerüstet. Glücklicherweise ist die Werbeplane am Gerüst dem Sturm vom Sonntagabend zum Opfer gefallen, so dass uns wenigstens ein vergitterter Blick auf das Wahrzeichen Rios gewährt wird. Sandra nimmt die Bahn zurück und kommt in den Genuss eines Gratiskonzerts einer Sambaband während ich es vorziehe, den Rückweg durch den Tijuca Forrest zu Fuß anzutreten, über den ein Adlerpaar seine Kreise zieht. Belohnt werde ich dafür mit der Bekanntschaft einiger kleiner und recht zutraulicher Affen. Ich setze die Wanderung fort zum Flamengo Beach, von wo aus man den besten Blick auf den Zuckerhut hat. Mit Sandra bin ich eigentlich auf dem Zimmer verabredet, aber instinktiv treffen wir uns im Internetcafé auf der anderen Straßenseite während es draußen zu regnen beginnt. Es regnet sich ein uns unser Bewegungsdrang kommt zum Erliegen. Als es scheinbar aufhört, machen wir uns noch einmal auf den Weg zu einem Kunst- und Souvenirmarkt auf dem Mittelstreifen der Strandpromenade, den wir bereits am ersten Abend in Rio abgeschritten sind. Der Regen setzt wieder ein, aber unseren Regenjacken kann das nichts anhaben, da sie im trockenen Hotelzimmer hängen. Ich interessiere mich für ein Bild und die Verhandlungsbereitschaft der Händler ist aufgrund des schlechten Wetters und der ausbleibenden Kundschaft grenzenlos. Aber der Gedanke, das Bild nur bis Ende Mai um die Welt zu tragen lässt mich zögern und ich schlage noch nicht zu. Wir gehen aber nicht mit leeren Händen, sondern mit einem Kühlschrankmagneten für Sandra und einem Flamengotrikot für mich.
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