KAPSTADT: Der Jetlag hat uns lange um den Schlaf gebracht. Entsprechend schwer fällt uns das Aufstehen. Nach dem Standard-Frühstück in Südamerika mit Toast und Erdbeermarmelade machen wir uns genussvoll über das hiesige Frühstücksbuffet her, das kaum einen Wunsch offen lässt. Sandras erste Tagesaufgabe besteht darin, mich von dem Kilo Haare zu befreien, das seit La Paz meinen Kopf bevölkert hat. Sie meistert die Aufgabe mit Bravour und auch ich war tapfer. Anschließend schlendern wir durch die Long Street und kehren in einem Reisebüro ein, in dem wir uns gestern schon über ein paar interessante Tagestrips informiert hatten, um unsere Pläne für die nächsten Tage finanziell zu untermauern. Weiter geht`s zur Waterfront zum Schaufensterbummel und in einen Elektronikmarkt, wo ich eine sensationelle Unterwasserkamera erwerbe, die sich in wenigen Tagen nützlich machen kann. Die Preise lassen sich hier leicht umrechnen, was den Shoppingbummel enorm erleichtert. Zehn Rand entsprechen einem Euro. Aber auch die Angestellten geben ihr Bestes. Als ich mich vor einem Damenbekleidungsgeschäft abgestellt finde, stellt mir der Verkäufer einen Barhocker an einen Tresen vor dem Laden und fragt mich, ob ich rauche. Eine Art „Männerhort“. Ich hatte Kapstadt als sehr schöne Stadt in Erinnerung, aber meine Erwartungen wurden trotzdem übertroffen. Ein angenehmes warmes Klima, ein annehmbares Preisniveau und vor allem sehr entspannte, freundliche und lässige Menschen. Von Ressentiments der schwarzen Mehrheit uns Weißen gegenüber ist hier nichts zu spüren. Das mag im flachen Land anders aussehen. Sorry, London, aber den Titel meiner „Zweitlieblingsstadt auf Erden“ bist Du erstmal wieder los. Um weitere Endorphine freizusetzen, fahren wir im Taxi in das Shoppingparadies „Century City“ und geben uns gegenseitig zwei Stunden Zeit. Um 16 Uhr bittet Sandra um zwei Stunden Verlängerung. Zu diesem Zeitpunkt tragen wir beide schon Tüten mit uns herum, denn die Auswahl ist riesig und die Preise moderat. Da ich soweit durch bin, gönne ich mir für 300 Rand, also 30 Euro eine einstündige Massage im Untergeschoss des „Canal Walk“. Die chinesische Masseurin wandelt haarscharf an einer Anzeige wegen Körperverletzung entlang. Nach all den Wanderungen, Flügen und dem ständigen Rucksackschleppen hat sie Schwerstarbeit zu verrichten, was zuweilen recht schmerzhaft, aber wirkungsvoll ist. Danach schaue ich mir noch die Zusammenfassung der Bundesligaspiele vom Wochenende auf einem der Fernseher im „Food Court“ an. Nach den zwei Stunden Nachspielzeit hat auch Sandra nun alles gesehen und wir treten den Rückweg an. Unser muslimischer und offensichtlich streng religiöse Taxifahrer hat sich beim Entertainmentprogramm für Gebete und Koranverse in arabischer Sprache aus dem Radio entschieden, deren Inhalte wir nur fragmentarisch wiedergeben könnten. Um nichts aus dem Zusammenhang zu reißen, verzichten wir lieber darauf. Irgendwie hat er sich wohl dabei ein wenig verfahren, worauf wir ihn höflich, aber bestimmt, hinweisen. Nach der Ehrenrunde handeln wir den Fahrpreis noch ein wenig herunter und er sieht ein, dass er hier etwa nachgeben muss ohne sich dadurch zu ruinieren.
Dienstag, 13. April 2010
Sorry, London!
KAPSTADT: Der Jetlag hat uns lange um den Schlaf gebracht. Entsprechend schwer fällt uns das Aufstehen. Nach dem Standard-Frühstück in Südamerika mit Toast und Erdbeermarmelade machen wir uns genussvoll über das hiesige Frühstücksbuffet her, das kaum einen Wunsch offen lässt. Sandras erste Tagesaufgabe besteht darin, mich von dem Kilo Haare zu befreien, das seit La Paz meinen Kopf bevölkert hat. Sie meistert die Aufgabe mit Bravour und auch ich war tapfer. Anschließend schlendern wir durch die Long Street und kehren in einem Reisebüro ein, in dem wir uns gestern schon über ein paar interessante Tagestrips informiert hatten, um unsere Pläne für die nächsten Tage finanziell zu untermauern. Weiter geht`s zur Waterfront zum Schaufensterbummel und in einen Elektronikmarkt, wo ich eine sensationelle Unterwasserkamera erwerbe, die sich in wenigen Tagen nützlich machen kann. Die Preise lassen sich hier leicht umrechnen, was den Shoppingbummel enorm erleichtert. Zehn Rand entsprechen einem Euro. Aber auch die Angestellten geben ihr Bestes. Als ich mich vor einem Damenbekleidungsgeschäft abgestellt finde, stellt mir der Verkäufer einen Barhocker an einen Tresen vor dem Laden und fragt mich, ob ich rauche. Eine Art „Männerhort“. Ich hatte Kapstadt als sehr schöne Stadt in Erinnerung, aber meine Erwartungen wurden trotzdem übertroffen. Ein angenehmes warmes Klima, ein annehmbares Preisniveau und vor allem sehr entspannte, freundliche und lässige Menschen. Von Ressentiments der schwarzen Mehrheit uns Weißen gegenüber ist hier nichts zu spüren. Das mag im flachen Land anders aussehen. Sorry, London, aber den Titel meiner „Zweitlieblingsstadt auf Erden“ bist Du erstmal wieder los. Um weitere Endorphine freizusetzen, fahren wir im Taxi in das Shoppingparadies „Century City“ und geben uns gegenseitig zwei Stunden Zeit. Um 16 Uhr bittet Sandra um zwei Stunden Verlängerung. Zu diesem Zeitpunkt tragen wir beide schon Tüten mit uns herum, denn die Auswahl ist riesig und die Preise moderat. Da ich soweit durch bin, gönne ich mir für 300 Rand, also 30 Euro eine einstündige Massage im Untergeschoss des „Canal Walk“. Die chinesische Masseurin wandelt haarscharf an einer Anzeige wegen Körperverletzung entlang. Nach all den Wanderungen, Flügen und dem ständigen Rucksackschleppen hat sie Schwerstarbeit zu verrichten, was zuweilen recht schmerzhaft, aber wirkungsvoll ist. Danach schaue ich mir noch die Zusammenfassung der Bundesligaspiele vom Wochenende auf einem der Fernseher im „Food Court“ an. Nach den zwei Stunden Nachspielzeit hat auch Sandra nun alles gesehen und wir treten den Rückweg an. Unser muslimischer und offensichtlich streng religiöse Taxifahrer hat sich beim Entertainmentprogramm für Gebete und Koranverse in arabischer Sprache aus dem Radio entschieden, deren Inhalte wir nur fragmentarisch wiedergeben könnten. Um nichts aus dem Zusammenhang zu reißen, verzichten wir lieber darauf. Irgendwie hat er sich wohl dabei ein wenig verfahren, worauf wir ihn höflich, aber bestimmt, hinweisen. Nach der Ehrenrunde handeln wir den Fahrpreis noch ein wenig herunter und er sieht ein, dass er hier etwa nachgeben muss ohne sich dadurch zu ruinieren.
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