KAPSTADT: Der Himmel ist blau über Kapstadt. Und die See ist ruhig. Somit kann ich heute doch noch nach Robben Island fahren. Sandra hat sich auch entschieden, heute zu fahren, hat aber auf meiner Fähre um 13 Uhr keinen Platz mehr bekommen und nimmt deshalb schon die 11-Uhr-Fähre. Robben Island diente während der Zeit der Apartheid als Gefängnis, in dem unter anderem Nelson Mandela die längste Zeit seiner Haft verbracht hat. Heute beherbergt die Insel ein sehr interessantes Museum, Und bei klarer Sicht genießt man von hieraus einen herrlichen Blick auf die Stadt. Der Name der Fähre geht mir noch nicht so leicht über die Zunge: „Sikhululekile“. Ich kriege einen Platz auf dem Dach ab und genieße die kurze Fahrt, die nur von einem Containerriesen aus Monrovia aufgehalten wird, der in den Hafen geschleppt wird. Wir legen an der Stelle an, wo früher auch die Gefangenen, meistens für viele Jahre, die Insel betreten hatten, und verteilen uns auf vier Busse. Im Bus treffe ich einen Neuseeländer wieder, der schon mit uns zum Kap der guten Hoffnung gefahren ist. Er bleibt bis Mittwoch in der Stadt und fährt dann in Etappen bis Kenia. Wir fahren um die Insel und besichtigen einige bedeutsame Punkte, wie den Steinbruch, in dem die politischen Gefangenen arbeiten mussten. Höhepunkt ist der Hochsicherheitstrakt, in dem auch Mandela saß. Der ehemalige Gefangene, der uns heute hier durchführt, zeigt uns auch die ehemalige Zelle des späteren Präsidenten. Er selbst saß hier von 1986 bis 1994 ein und empfindet die heutigen Touren als Bewältigungstherapie. Er kann auch schon recht humorvoll damit umgehen. Um 16 Uhr treten wir die Heimfahrt an und ich bleibe gleich draußen stehen. An der Waterfront, wo wir am „Nelson Mandela Gateway“ wieder an Land gehen, pulsiert das Leben an diesem Sonntag. Dicke Robben aalen sich in der Sonne, Straßenmusiker machen ihr Geschäft, Touristen und Einheimische bevölkern die Cafés. Ich schlendere noch ein wenig durch die Stadt und treffe mich dann mit Sandra im Hotel, in dem heute Chris Chameleon auftritt und sich die ersten Gäste einfinden. Wir verbringen unseren letzten gemeinsamen Abend bei einem Impala- bzw. Kudu-Steak im „Da Capo“ in der Shortmarket Street. Ab morgen reisen wir getrennt weiter. Sandra wartet in Kapstadt weiter auf Sebastian und ich schließe mich einer neuen Gruppe an, mit der ich im Tourtruck die Küste entlang nach Port Elizabeth fahre. Es ist gut möglich, dass ich deshalb in dieser Woche nicht zum Schreiben komme. Die Ankunft ist für nächsten Sonntag geplant und dann heißt es einstweilen Abschied nehmen von Afrika. Heute fällt es mir erst einmal schwer, Kapstadt verlassen zu müssen, denn hier lässt es sich schon gut leben.
Sonntag, 18. April 2010
Fähre in die Vergangenheit
KAPSTADT: Der Himmel ist blau über Kapstadt. Und die See ist ruhig. Somit kann ich heute doch noch nach Robben Island fahren. Sandra hat sich auch entschieden, heute zu fahren, hat aber auf meiner Fähre um 13 Uhr keinen Platz mehr bekommen und nimmt deshalb schon die 11-Uhr-Fähre. Robben Island diente während der Zeit der Apartheid als Gefängnis, in dem unter anderem Nelson Mandela die längste Zeit seiner Haft verbracht hat. Heute beherbergt die Insel ein sehr interessantes Museum, Und bei klarer Sicht genießt man von hieraus einen herrlichen Blick auf die Stadt. Der Name der Fähre geht mir noch nicht so leicht über die Zunge: „Sikhululekile“. Ich kriege einen Platz auf dem Dach ab und genieße die kurze Fahrt, die nur von einem Containerriesen aus Monrovia aufgehalten wird, der in den Hafen geschleppt wird. Wir legen an der Stelle an, wo früher auch die Gefangenen, meistens für viele Jahre, die Insel betreten hatten, und verteilen uns auf vier Busse. Im Bus treffe ich einen Neuseeländer wieder, der schon mit uns zum Kap der guten Hoffnung gefahren ist. Er bleibt bis Mittwoch in der Stadt und fährt dann in Etappen bis Kenia. Wir fahren um die Insel und besichtigen einige bedeutsame Punkte, wie den Steinbruch, in dem die politischen Gefangenen arbeiten mussten. Höhepunkt ist der Hochsicherheitstrakt, in dem auch Mandela saß. Der ehemalige Gefangene, der uns heute hier durchführt, zeigt uns auch die ehemalige Zelle des späteren Präsidenten. Er selbst saß hier von 1986 bis 1994 ein und empfindet die heutigen Touren als Bewältigungstherapie. Er kann auch schon recht humorvoll damit umgehen. Um 16 Uhr treten wir die Heimfahrt an und ich bleibe gleich draußen stehen. An der Waterfront, wo wir am „Nelson Mandela Gateway“ wieder an Land gehen, pulsiert das Leben an diesem Sonntag. Dicke Robben aalen sich in der Sonne, Straßenmusiker machen ihr Geschäft, Touristen und Einheimische bevölkern die Cafés. Ich schlendere noch ein wenig durch die Stadt und treffe mich dann mit Sandra im Hotel, in dem heute Chris Chameleon auftritt und sich die ersten Gäste einfinden. Wir verbringen unseren letzten gemeinsamen Abend bei einem Impala- bzw. Kudu-Steak im „Da Capo“ in der Shortmarket Street. Ab morgen reisen wir getrennt weiter. Sandra wartet in Kapstadt weiter auf Sebastian und ich schließe mich einer neuen Gruppe an, mit der ich im Tourtruck die Küste entlang nach Port Elizabeth fahre. Es ist gut möglich, dass ich deshalb in dieser Woche nicht zum Schreiben komme. Die Ankunft ist für nächsten Sonntag geplant und dann heißt es einstweilen Abschied nehmen von Afrika. Heute fällt es mir erst einmal schwer, Kapstadt verlassen zu müssen, denn hier lässt es sich schon gut leben.
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Hallo,
AntwortenLöschenab heute wird dieser Blog also nur noch Michaels Reisetagebuch sein, denn Sandra ist ja nun mit Sabastian unterwegs.
Ich find die ausführlichen Beschreibungen toll! Du solltest Dir überlegen, ob ein Buch ala "ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling nicht auch was für Dich wäre.
Weiterhin gute Fahrt. Gruß, Mira
Vielen Dank aus Johannesburg! Aber, wer bist Du?
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