Freitag, 23. April 2010

Von Baum zu Baum






TSITSIKAMMA: Lisa, Elli, Mara und ich stehen um sechs Uhr auf, da wir eine „Blackwater Tubing“-Tour unternehmen wollen. Dabei lässt man sich einzeln in Gummireifen einen reißenden Strom hinunterspülen. Klingt komisch, ist aber so. Es wollen sich uns noch drei Holländer anschließen, die sich auf dem Weg von Johannesburg nach Kapstadt befinden. Luis von der Adventure Company bittet uns jedoch noch um Geduld bis sein Kollege vom Storms River zurückkommt. Er prüft, ob der Spaß nach den Regenfällen der letzten beiden Tage noch sicher genug ist und kommt mit schlechten Nachrichten zurück. Das Wasser ist zu hoch und eine Springflut nicht auszuschließen. Dann verbringen wir eben den Vormittag mit einer Wanderung durch den Nationalpark. Dieser besticht nicht eben durch seine Tiervielfalt. Wir sehen gerade mal ein paar Buschböcke und Klippschiefer. Beeindruckend sind jedoch die riesigen Wellen, die der Indische Ozean gegen die schroffen Felsen schmettert. Auf dem Parkplatz treffe ich einen alten Bekannten wieder, den Truck „Sonny“, mit dem wir letztes Jahr durch Namibia gefahren sind. Nach dem Lunch im Camp mache ich mich mit Monica, Karin und Ellie zur nächsten Spaßveranstaltung auf. Wir unternehmen eine Canopytour, bei der wir an Drahtseilen hoch in den Wipfeln der riesigen Bäume von Baum zu Baum gleiten. Auf die Frage an Morrison, ob er uns begleitet hören wir wie üblich ein verächtlich dahin gerauntes „Oh no!“ Er sei mit sieben Jahren auf Bäumen rumgeklettert, das müsse reichen. Die Tour mit unseren Guides Lee und Chris ist ein Riesenspaß. Der älteste Baum, auf dem wir stehen, ist 600 Jahre alt, die höchste Plattform 65 Meter hoch und die längste Strecke, die wir frei schwebend überwinden, 92 Meter lang. Der Schritt ins Leere fällt in dieser Höhe schon schwer, aber ist man einmal unterwegs, macht es nur noch Spaß. Die Tiere, hier gibt es angeblich sogar Leoparden, haben sich jedoch gut getarnt. Lediglich ein paar Paviane zeigen sich uns. Den Abend verbringen wir in der Bar, in der mir Seeed aus den Lautsprecherboxen ein wenig Heimatgefühl vermittelt. In Karin finde ich endlich eine bezwingbare Billardgegnerin, während Jeff am Feuer von der Masseurin angegraben wird.

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