BUENOS AIRES: Es ist Feiertag in Argentinien. Man feiert den „Nationalen Tag der Erinnerung an Recht und Gerechtigkeit“ und erinnert damit an den Militärputsch von General Videla im Jahre 1976, mit dem die letzte Diktaturphase des Landes eingeläutet wurde.. An vielen Ecken der, ansonsten heute leeren, Stadt wird demonstriert. Die größte Kundgebung findet auf der Plaza de Mayo statt, über der ein Hubschrauber kreist. Noch während der Aufbauarbeiten fahren wir von dort mit dem 29er Bus zur Caminito, einer kleinen Straße im Stadtteil Boca. Es ist ein guter Tag, um nach Boca zu fahren, denn während im Rest der Stadt viele Geschäfte geschlossen sind, herrscht hier an Sonn- und Feiertagen reges Markttreiben. Es ist ein armes, aber sehr buntes Viertel mit vielen kleinen Häusern aus Holz und Wellblech, kleinen Cafés und Läden, Straßenmusikern und Tangotänzern. Nach einem Kaffee kaufe ich ein Holzbild für fünfzig Pesos und wir schlendern weiter durch die Gassen. Aus dem Häusermeer erhebt sich das Stadion der Boca Juniors. Das größte Idol der Einwohner ist natürlich Diego Armando Maradona. Man kann ihn an jeder zweiten Straßenecke als Plastikfigur bewundern. In Lebensgröße, was bei ihm ja rohstoffsparend ist. Hier und da mischen sich auch mal andere Volkshelden, wie Che Guevara, Evita Perón oder Homer Simpson, zwischen die Diego-Figuren. Mit dem „Walk of Fame“ vor dem Stadion hat man aber auch Spielern ein Denkmal gesetzt, die heute noch mehr als hundert Meter ohne Sauerstoffgerät am Stück zurücklegen können. Auf dem Heimweg suchen wir ein wenig nach der Plaza Dorrego, letztendlich mit Erfolg. Ein schöner Platz, um bei einem Mittagspäuschen dem Tangopaar zuzusehen und rechtzeitig zu verschwinden, bevor auch dort die Kundgebung beginnt. Wieder im Hostel angekommen, schaue ich auf der Leinwand an der Bar die Premier League-Übertragung und surfe nebenbei ein wenig im Internet. Abends gehen wir noch auf ein Steak in die Avenida de Mayo. Nach dem Grad, wie man dieses gern hätte, wird man in Argentinien nicht gefragt. Äußert man seinen Wunsch nicht von allein, kommt es blutig. Das wussten wir aber glücklicherweise schon. Die Restaurants hier im Zentrum hatten sicher einen guten Tag. Sie sind gut gefüllt und einige der Gäste scheinen den Feiertag hier verbracht zu haben. Zurück geht es, wie immer, vorbei an Müllbergen. Die Stadt ist tagsüber wirklich sauber, aber abends türmen sich die Müllsäcke am Straßenrand, da sie nachts abgeholt werden.
Mittwoch, 24. März 2010
Tag der Erinnerung
BUENOS AIRES: Es ist Feiertag in Argentinien. Man feiert den „Nationalen Tag der Erinnerung an Recht und Gerechtigkeit“ und erinnert damit an den Militärputsch von General Videla im Jahre 1976, mit dem die letzte Diktaturphase des Landes eingeläutet wurde.. An vielen Ecken der, ansonsten heute leeren, Stadt wird demonstriert. Die größte Kundgebung findet auf der Plaza de Mayo statt, über der ein Hubschrauber kreist. Noch während der Aufbauarbeiten fahren wir von dort mit dem 29er Bus zur Caminito, einer kleinen Straße im Stadtteil Boca. Es ist ein guter Tag, um nach Boca zu fahren, denn während im Rest der Stadt viele Geschäfte geschlossen sind, herrscht hier an Sonn- und Feiertagen reges Markttreiben. Es ist ein armes, aber sehr buntes Viertel mit vielen kleinen Häusern aus Holz und Wellblech, kleinen Cafés und Läden, Straßenmusikern und Tangotänzern. Nach einem Kaffee kaufe ich ein Holzbild für fünfzig Pesos und wir schlendern weiter durch die Gassen. Aus dem Häusermeer erhebt sich das Stadion der Boca Juniors. Das größte Idol der Einwohner ist natürlich Diego Armando Maradona. Man kann ihn an jeder zweiten Straßenecke als Plastikfigur bewundern. In Lebensgröße, was bei ihm ja rohstoffsparend ist. Hier und da mischen sich auch mal andere Volkshelden, wie Che Guevara, Evita Perón oder Homer Simpson, zwischen die Diego-Figuren. Mit dem „Walk of Fame“ vor dem Stadion hat man aber auch Spielern ein Denkmal gesetzt, die heute noch mehr als hundert Meter ohne Sauerstoffgerät am Stück zurücklegen können. Auf dem Heimweg suchen wir ein wenig nach der Plaza Dorrego, letztendlich mit Erfolg. Ein schöner Platz, um bei einem Mittagspäuschen dem Tangopaar zuzusehen und rechtzeitig zu verschwinden, bevor auch dort die Kundgebung beginnt. Wieder im Hostel angekommen, schaue ich auf der Leinwand an der Bar die Premier League-Übertragung und surfe nebenbei ein wenig im Internet. Abends gehen wir noch auf ein Steak in die Avenida de Mayo. Nach dem Grad, wie man dieses gern hätte, wird man in Argentinien nicht gefragt. Äußert man seinen Wunsch nicht von allein, kommt es blutig. Das wussten wir aber glücklicherweise schon. Die Restaurants hier im Zentrum hatten sicher einen guten Tag. Sie sind gut gefüllt und einige der Gäste scheinen den Feiertag hier verbracht zu haben. Zurück geht es, wie immer, vorbei an Müllbergen. Die Stadt ist tagsüber wirklich sauber, aber abends türmen sich die Müllsäcke am Straßenrand, da sie nachts abgeholt werden.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen