Dienstag, 16. Februar 2010

Aufwärts in die Anden















CALCA: Um 7:30 Uhr klopft der Weckdienst an unsere Tür, aber wir sind schon seit einer Stunde damit beschäftigt, unser gesamtes Gepäck auf jeweils drei Taschen zu verteilen. Eine erhalten wir am Samstag wieder, wenn wir nach Cuzco zurückgekehrt sind, eine wird uns auf dem Lares Trek von Lamas hinterhergetragen und eine, möglichst die leichteste, wird für die nächsten Tage eine enge Bindung mit unseren Rücken eingehen. Nach dem dürftigen Frühstück vom Vortag sehen wir uns heute gezwungen, die Reste vom Nachbartisch zu verspeisen, da weder ein Frühstück, noch jemand, der uns ein solchen zubereiten könnte, in Sicht ist. Für uns reicht es, um den ersten Hunger zu stillen, doch als Fiona und Audrey kommen, erklärt sich Sandra bereit, bei der Rezeption zu fragen. Da auch dort niemand zu sehen ist, bemüht sie die Klingel am Haupt- und einzigen Eingang, um auf unseren nahenden Hungertod aufmerksam zu machen und schon springt die gesamte, also dreiköpfige, Belegschaft aus dem Untergeschoss, darunter auch die Frühstücksfee, die uns nun mit frischem Melonensaft, Kaffee, Brötchen und Rührei verwöhnt. Um 8:30 Uhr werden wir von Mary Lu abgeholt, die uns heute durch das Sacred Valley in den peruanischen Anden führen wird. Wir durchqueren die mächtigen Anden und lernen die Dörfchen Chinchero und Moray kennen und besichtigen Inkaruinen und -terrassen. Unterwegs begegnen uns immer noch ein paar lustige Karnevalisten, die singend und tanzend die Straßen entlang rennen. Wir fahren weiter nach Pisac, wo wir zum Mittagessen in Ulrike`s Café einkehren. Mary Lu hat uns vorgewarnt, dass das Restaurantangebot in Calca, unserem heutigen Ziel, überschaubar ist und wir besser jetzt zuschlagen sollten. Wir folgen ihrem Rat und entscheiden uns für ein Dreigängemenü aus Kürbissuppe, einem Hauptgang auf Hühnerbasis und einem Apfelstrudel und hoffen, mit der Verdauung bis zum nächsten Morgen fertig zu sein. Für den Abend kaufen wir auf dem Markt noch ein paar Bananen und eine Mango und ich erwerbe als Souvenir ein Schachspiel, auf dem, wie üblich, Inka gegen Spanier kämpfen. Anschließend fahren wir den Berg hinauf zu den Ruinen von Pisac. Mary Lu hat uns mit ihren langen Referaten und lehrerhaften Gehabe inzwischen den letzten Nerv geraubt und wir sind ganz froh, als die Fahrt weiter nach Calca geht, wo wir vor dem Los Laureles Casa Hospedaje halten, in dem wir die Nacht verbringen und morgen früh den Lares Trek in Angriff nehmen werden. Erfreulicherweise hat sich Hedleigh`s Zustand soweit verbessert, dass er mit uns aussteigt. Und so verabschieden wir drei uns einstweilen vom Rest der Bande. Während Hedleigh noch einmal auf der Suche nach einem magenschonenden Abendessen auf den Marktplatz von Calca geht, machen wir es uns in unserer Pension gemütlich, um noch ein wenig die Füße auszuruhen vor den Strapazen der nächsten Tage. Wir befinden uns jetzt mit 2928 m Höhe nur wenig höher als in Cuzco und merken noch keine Auswirkungen, was auch auf diesem Level nicht aus zuschließen ist.

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