Montag, 24. Mai 2010

Good bye, America!















LOS ANGELES: Ein letztes mal wache ich im Hotelzimmer auf. Im Fernsehen laufen die aktuellen Polizeieinsätze. Der Highway 101 ist gesperrt nachdem ein Flüchtiger in seinem Auto erschossen wurde. Der Hollywood Boulevard, wo ich gestern noch langgelaufen bin, ist nach einer Schießerei in einem Restaurant ebenfalls gesperrt und die Polizei läuft für die Zuschauer gut sichtbar auf dem Dach herum. Ein ruhiger Morgen in L.A. Das ändert sich um halb neun schnell, denn nun wird auf das Medienereignis des Tages umgeschaltet. Lindsay Lohan erscheint vor Gericht zu ihrer Anhörung, warum sie ihre Entziehungskur nicht angetreten hat. Ich habe genug Zeit, meinen Rucksack ein letztes mal zu packen. Mittags muss ich das Zimmer räumen und mache mich dann auch schon auf den Weg zum Flughafen, auch wenn die Zeit großzügig bemessen ist. Für die Fahrt habe ich mir einen Limousinenservice bestellt, da dieser nicht teurer als ein Taxi ist und man zum Ende einer viermonatigen Reise ja wohl auch mal etwas dicker auftragen kann. Im schwarzen Lincoln mit verdunkelten Scheiben und weichen Ledersitzen geht es zum Flughafen. Mit dem Fahrer bin ich mir schonmal darin einig, dass Italien vor vier Jahren unverdient Weltmeister geworden ist und das sicher nicht nochmal passieren wird. Etwas Zeit habe ich am Flughafen noch zu überbrücken und platziere mich mit einem Ceasar`s Salat von McDonald`s am Fenster. Langsam wird es Zeit, die Check-In-Schalter zu öffnen, auch wenn ich am Monitor erfahre, dass sich der Abflug der Air Berlin nach Düsseldorf um eine Stunde verschiebt. Auch wenn der planmäßige Abflug erst in drei Stunden erfolgen sollte, hat sich am Schalter bereits eine Schlange gebildet, in der die Stunde Verspätung das einzige Thema ist. In exotischen Sprachen, wie Schwäbisch, Hessisch und Rheinländisch, überbietet man sich in Verspätungsgeschichten und anderen dramatischen Ereignissen, die man bereits mit Air Berlin durchleiden mußte. Ja, ich merke, es geht zurück nach Deutschland. Wahrscheinlich haben die meisten meiner Reisebegleiter trotzdem noch ein paar Stunden Zeit bis zu ihrem Anschlußflug oder der Zugabfahrt. Für mich wird es schon eng, denn die anderthalb Stunden, die ich in Düsseldorf zum Einreisen und Flugzeug wechseln haben sollte, reduziern sich somit auf dreißig Minuten. Da jedoch auch der Anschlussflug von Air Berlin durchgeführt wird, bleibe ich gelassen und denke mir, dass das Schlimmste, was mir passieren kann, eine Umbuchung auf den Flug eine Stunde später wäre. Damit kann ich nach vier Monaten wirklich leben. Die Zeit bis zum Abflug vertreibe ich mir damit, meine restlichen Dollars in Bewegung zu halten und am Fenster den Fliegern zuzusehen. Die Air Berlin kommt, wie angekündigt, mit einer Stunde Verspätung aus Düsseldorf. Es bleibt also spannend mit dem Anschlussflug.

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