BERLIN: Es ist bei einer Stunde Verspätung geblieben. Der zehnstündige Flug war erwartungsgemäß anstrengend, zumal der Sitzabstand nicht gerade als komfortabel bezeichnet werden kann. Ich hatte einen Platz am Gang. Soweit so gut, aber hinter mir saß ein Amerikaner, der im 5-Minuten-Takt lautstark gähnen musste und ungefragt die anderen Mitreisenden darüber informieren musste, dass Air Berlin in seinem langen Leben die erste Airline ist, bei der man für Kopfhörer bezahlen muss. Mein Sitznachbar, der auch nach Berlin weiterreist, und ich gucken uns wiederholt genervt an. In Düsseldorf gelandet, gesellt sich noch ein Berliner zu uns und zu dritt rennen wir nach erfolgreicher Passkontrolle über den Flughafen, als unser Flug bereits aufgerufen wird. Wir werden unseren Flug erreichen, aber ob das auch für unser Gepäck auch gilt, bezweifeln wir stark. Hätte den angenehmen Effekt, dass mir mein Rucksack nach Hause gebracht wird. Wir erreichen unser Gate und knallen, im Glauben, die anderen Passagiere würden bereits ungeduldig in der Maschine warten, unsere Bordkarten auf den Tisch. Der Herr bittet uns jedoch, noch einmal Platz zu nehmen, und wir stellen fest, dass zum Boarding momentan noch ein Flugzeug fehlt. Wir haben also Zeit, es uns noch einmal gemütlich zu machen und die Mitreisenden zu beobachten. Die Strecke Düsseldorf-Berlin ist, auch bei Air Berlin, eine klassische Business-Verbindung. Entsprechend fallen wir hier optisch auch etwas aus dem Rahmen. Die Leute in ihren Anzügen und Kostümchen, die eifrig telefonieren und auf ihren Blackberries und Laptops rumhämmern, holen mich endgültig zurück in mein altes Leben. Etwa vierzigmal saß ich selbst so hier. Die Abflugzeit 15:05 Uhr ist inzwischen erreicht und wird nun für 16 Uhr avisiert. Kurz vor 16 Uhr steht immer noch keine Maschine bereit. Immerhin müssen wir uns keine Gedanken mehr machen, dass unser Gepäck nicht umgeladen werden könnte. Einige Wartende haben von ihren Abholern in Berlin erfahren, dass der Flug dort bereits als annulliert geführt wird. Wenig später sieht man das nun auch in Düsseldorf ein und sorgt mit der kurzen Durchsage „Der Flug AB 6444 nach Berlin-Tegel ist annulliert.“ für kurzen Aufruhr, da sich natürlich jeder den Hinweis, man würde oben am Transferschalter umgebucht, persönlich abholt. Somit verlagert sich der Mob an den Transferschalter, wo man uns mitteilt, unser Gepäck würde mit dem nächsten Air Berlin-Flug nach Berlin, etwa eine Stunde später, mitgenommen werden, während die Passagiere auf die Lufthansa, noch etwas später, umgebucht würden. Die Passagiere, die kein Gepäck aufgegeben haben, können jedoch direkt zu dem anderen Air Berlin-Flug gehen. Die Menschentraube wird dadurch kaum kleiner. Das ändert sich auch nicht nach der dritten Nachfrage, ob wir denn alle Gepäck aufgegeben hätten. Auch dem Hinweis, man könne sich auch am Ticketschalter in der Haupthalle umbuchen lassen, folgen nur wenige. Nach nochmaligem Nachzählen stellt man nun fest, dass auf dem Air Berlin-Flug ja auch noch Platz für uns ist und schickt uns hoch. Natürlich weiß man davon oben nichts, klärt das aber auf kurzem Wege und wir dürfen einsteigen. Ich verstaue meine drei kleinen Täschchen und erwecke damit den Unmut eines grimmigen grauhaarigen Herrn, der sein weißes Jackett in der Ablage gefährdet sieht. Ich meine, dieses Modell bei H&M für 19,99 € gesehen zu haben. Die Stewardess und ich belegen ihn mit der größten Strafe, die man einem solchen Profilneurotiker auferlegen kann. Völlige Ignoranz! In Berlin angekommen und von meinen Eltern nach Hause chauffiert, kippe ich meine diversen Taschen aus und mache das 10.511. Foto, welches gleichzeitig das letzte dieser Reise sein wird. Danach lasse ich mich von der Müdigkeit übermannen.
Dienstag, 25. Mai 2010
10511 und Aus!
BERLIN: Es ist bei einer Stunde Verspätung geblieben. Der zehnstündige Flug war erwartungsgemäß anstrengend, zumal der Sitzabstand nicht gerade als komfortabel bezeichnet werden kann. Ich hatte einen Platz am Gang. Soweit so gut, aber hinter mir saß ein Amerikaner, der im 5-Minuten-Takt lautstark gähnen musste und ungefragt die anderen Mitreisenden darüber informieren musste, dass Air Berlin in seinem langen Leben die erste Airline ist, bei der man für Kopfhörer bezahlen muss. Mein Sitznachbar, der auch nach Berlin weiterreist, und ich gucken uns wiederholt genervt an. In Düsseldorf gelandet, gesellt sich noch ein Berliner zu uns und zu dritt rennen wir nach erfolgreicher Passkontrolle über den Flughafen, als unser Flug bereits aufgerufen wird. Wir werden unseren Flug erreichen, aber ob das auch für unser Gepäck auch gilt, bezweifeln wir stark. Hätte den angenehmen Effekt, dass mir mein Rucksack nach Hause gebracht wird. Wir erreichen unser Gate und knallen, im Glauben, die anderen Passagiere würden bereits ungeduldig in der Maschine warten, unsere Bordkarten auf den Tisch. Der Herr bittet uns jedoch, noch einmal Platz zu nehmen, und wir stellen fest, dass zum Boarding momentan noch ein Flugzeug fehlt. Wir haben also Zeit, es uns noch einmal gemütlich zu machen und die Mitreisenden zu beobachten. Die Strecke Düsseldorf-Berlin ist, auch bei Air Berlin, eine klassische Business-Verbindung. Entsprechend fallen wir hier optisch auch etwas aus dem Rahmen. Die Leute in ihren Anzügen und Kostümchen, die eifrig telefonieren und auf ihren Blackberries und Laptops rumhämmern, holen mich endgültig zurück in mein altes Leben. Etwa vierzigmal saß ich selbst so hier. Die Abflugzeit 15:05 Uhr ist inzwischen erreicht und wird nun für 16 Uhr avisiert. Kurz vor 16 Uhr steht immer noch keine Maschine bereit. Immerhin müssen wir uns keine Gedanken mehr machen, dass unser Gepäck nicht umgeladen werden könnte. Einige Wartende haben von ihren Abholern in Berlin erfahren, dass der Flug dort bereits als annulliert geführt wird. Wenig später sieht man das nun auch in Düsseldorf ein und sorgt mit der kurzen Durchsage „Der Flug AB 6444 nach Berlin-Tegel ist annulliert.“ für kurzen Aufruhr, da sich natürlich jeder den Hinweis, man würde oben am Transferschalter umgebucht, persönlich abholt. Somit verlagert sich der Mob an den Transferschalter, wo man uns mitteilt, unser Gepäck würde mit dem nächsten Air Berlin-Flug nach Berlin, etwa eine Stunde später, mitgenommen werden, während die Passagiere auf die Lufthansa, noch etwas später, umgebucht würden. Die Passagiere, die kein Gepäck aufgegeben haben, können jedoch direkt zu dem anderen Air Berlin-Flug gehen. Die Menschentraube wird dadurch kaum kleiner. Das ändert sich auch nicht nach der dritten Nachfrage, ob wir denn alle Gepäck aufgegeben hätten. Auch dem Hinweis, man könne sich auch am Ticketschalter in der Haupthalle umbuchen lassen, folgen nur wenige. Nach nochmaligem Nachzählen stellt man nun fest, dass auf dem Air Berlin-Flug ja auch noch Platz für uns ist und schickt uns hoch. Natürlich weiß man davon oben nichts, klärt das aber auf kurzem Wege und wir dürfen einsteigen. Ich verstaue meine drei kleinen Täschchen und erwecke damit den Unmut eines grimmigen grauhaarigen Herrn, der sein weißes Jackett in der Ablage gefährdet sieht. Ich meine, dieses Modell bei H&M für 19,99 € gesehen zu haben. Die Stewardess und ich belegen ihn mit der größten Strafe, die man einem solchen Profilneurotiker auferlegen kann. Völlige Ignoranz! In Berlin angekommen und von meinen Eltern nach Hause chauffiert, kippe ich meine diversen Taschen aus und mache das 10.511. Foto, welches gleichzeitig das letzte dieser Reise sein wird. Danach lasse ich mich von der Müdigkeit übermannen.
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