Freitag, 19. März 2010

Abschied von Rio





FOZ DO IGUACU: Die sechs Tage in Rio waren kurzweilig und haben Appetit auf eine Rückkehr gemacht. Olympia 2016 wäre eine gute Gelegenheit. Das Merchandising-Geschäft kommt bereits in Fahrt. Etwas viel Regen, aber auch viel Sonne, wenn ich mich so im Spiegel betrachte. Nicht eben billig, aber auch nicht unbezahlbar. Nicht zu laut, aber auch nie leise. Wir sind zeitig beim Frühstück und checken zügig aus. Der Doorman des Bandeirantes bietet uns ein Taxi zum internationalen Flughafen für 60 Reias an, was günstiger ist, als alles, was wir bisher gehört hatten. Wir nehmen dankend an. Natürlich erinnert an dem Fahrzeug nichts an ein Taxi und die Fahrkünste des Hobbytaxifahrers lassen sehr an seinem Geisteszustand zweifeln. Unter Boykott des Blinkers rasen wir durch einige der unzähligen Tunnel, die sich durch die Berge bohren, die die Stadt umrahmen. Letztendlich kommen wir aber heil und wahrscheinlich doppelt so schnell wie üblich ans Ziel und hoffen, dass der TAM-Pilot, der uns gleich nach Foz do Iguacu fliegen wird, nicht das Vorbild unseres Taxifahrers ist. Der Flug scheint ausgebucht und wir haben beim Check-In darauf geachtet, dass wir uns auf Fenster in verschiedene Richtungen verteilen, um mit etwas Glück schon einen Blick auf die Iguacu-Fälle werfen und ein paar Luftaufnahmen machen zu können. Das Glück ist auf meiner Seite und ich weise das ältere amerikanische Paar neben mir darauf hin. Sie finden es erwartungsgemäß „lovely“ bis „amazing“. Wir betreten den Flughafen zur Mittagszeit und die Sonne brennt erbarmungslos. Nach kurzer Taxifahrt erreichen wir das Hotel „Carima“, auf halbem Wege zwischen Flughafen und Innenstadt. Wir ahnen schlimmes, als wir die Lobby betreten. Überall sitzen Jugendliche verteilt, die lärmen und musizieren, wobei der Unterschied schwer zu definieren ist. Wir vermuten, sie sind gerade angekommen, aber der Hotelboy, der uns zu Zimmer 2130 führt, gibt Entwarnung und scheint über den Abschied auch nicht traurig zu sein. Mehrmals demonstriert er uns ungefragt, wie wir mit unserem Zimmerschlüssel den Stromkreislauf schließen, bevor er sich verabschiedet. Wir nutzen den Nachmittag für eine Fahrt mit dem Bus ins Stadtzentrum. Foz do Iguacu ist größer als erwartet und ich kühle mich mit einem Milchshake bei „Bob`s Sorvetes“ ab. Im Supermarkt decken wir uns mit Wasser, Bier, Guarana-Limonade und etwas Obst ein und schließen unseren Stadtspaziergang mit einem „Frozen Yoghurt“ ab. Um vier Uhr nachmittags wird die Hitze langsam erträglich und wir lassen am Hotelpool etwas die Seele baumeln, bevor wir unseren ausgefallenen Frühsport nachholen und im Hotelrestaurant zu Abend essen. Seltsamerweise wollen die dort gar kein Geld von uns für das Büffet.

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