KAPSTADT: Die Südafrikaner, besonders die schwarzen, haben eine sehr lockere Einstellung zu ihrer Arbeit und sind ihren Kunden gegenüber immer freundlich, aber auch gern zu Späßchen aufgelegt. Schon beim Frühstück erhalte ich eine Kostprobe davon. Einem weiblichen Gast läuft die Kaffeetasse über und ihre logische Erklärung ist, dass sie zu klein sei und deshalb nicht sehen konnte, dass die Tasse schon voll ist. Der stets gut gelaunte Barkeeper kümmert um die Beseitigung der Sauerei, aber nicht, ohne sich erst einmal köstlich über die Dame zu amüsieren. Er kommt extra noch zweimal an meinen Tisch und flüstert mir kichernd zu: „This woman – too small!“ Ich laufe die Long Street runter und fotografiere die etwa hundert Meter lange Schlange vor der FNB Bank. Von der Kamera animiert, posiert einer der Bauarbeiter, die gerade mit dem Feinschliff in der Stadt beschäftigt sind und fordert mich zu einem Foto auf. Ich tue ihm den Gefallen und sehe ihn vor einer großen Modelkarriere. Nach unseren Erfahrungen in Südamerika müssen wir uns erstmal wieder daran gewöhnen, dass Autos hier vor Zebrastreifen anhalten. Das mag allerdings auch daran liegen, dass sich darunter grundsätzlich ein Speedhügel versteckt. Der Tafelberg ist in dichte Nebelschwaden gehüllt und der Wind bläst kräftig über`s Meer. Das verändert meinen heutigen Tagesplan, denn alle Fähren nach Robben Island sind für heute gecancelt. Ich buche auf eine Fähre am Sonntag um und nutze den gewonnenen Tag, um mir das neue WM-Stadion, in dem unter anderem ein Halbfinale ausgetragen wird, einmal aus der Nähe zu betrachten. Auch hier wird noch gewerkelt und ein Wachschützer stellt sich mir in den Weg. Aber die Grenze der Bestechlichkeit ist hier sehr niedrig und für zehn Rand, also einen Euro, öffnet sich mir das Stadiontor. Ins Stadioninnere komme ich aber leider nicht. Der ebenfalls schwarze Wachschützer erklärt mir, dass er nicht das Problem sei, sondern die Damen da drüben und deutet auf die weißen Verwaltungsdamen hin, die immer ein wachsames Auge auf die Wachschützer haben. Bei der Jobvergabe hat die Apartheid offensichtlich die letzten 16 Jahre überlebt. Aber in Berlin einen Taxifahrer ohne Migrationshintergrund zu finden, ist ja auch eine ambitionierte Aufgabe. Da Sandra längst zu ihrem für heute geplanten Shoppingbummel an der Waterfront gestartet sein dürfte, widme ich mich auch der Förderung der südafrikanischen T-Shirt-Industrie. Am Nachmittag mache ich es mir auf dem Balkon des „Mr. Pickwick`s“, einer Bar in der Long Street mit meinem Laptop bequem. Am Nachbartisch wird fröhlich gekifft und die Bedienung fragt nur, ob sie einen Aschenbecher für ihren Joint bräuchten. Ja, Kapstadt ist in jeder Hinsicht sehr liberal. Da sich Sandra den Bauch mit rohem Fisch vollgeschlagen hat, gehe ich abends nochmal allein auf einen Burger bei „Steers“ und einen „Frozen Yoghurt“ zur Waterfront.
Und jetzt zu Euch, Caro & Co. Ich kann mir Eure Tiraden bei Eurem wöchentlichen Treff im Hooter`s schon vorstellen: „Was `ne Pfeife. Hat bestimmt unser T-Shirt gar nicht mitgenommen.“ Falsch! Hier der Beweis. Ich trage das T-Shirt in Ehren und voller Stolz um die Welt. Ich hoffe, Zuckerhut und Tafelberg sind als Kulissen für die Fotos für`s erste prominent genug.
Zu Euren Fragen.
Sven: Na, in Berlin.
Matze: Ja.
Alex: Nein.
Armin: Montag mal wieder.
Goldie: Voraussichtlich am 25. Mai
Enno: Schon 23, wahrscheinlich noch 12.
Caro: Das ist keine Frage.
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